Das Problem mit den TV-Kochsendungen

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Wer alt genug ist, um sich an die Kochsendungen im Tv der 70er und 80er-Jahr zu erinnern, kennt einen Satz, der in so gut wie jeder Sendung vorkam: “Ich hab da mal was vorbereitet”.

Meistens gingen die Sendungen schon damit los, dass jede Zutat perfekt gehackt, gesiebt oder geraspelt in kleinen Schüsseln vorbereitet herumstand, so dass der Fernsehkoch alles nur mehr “zusammenwerfen” musste. Aber dann kam der entscheidende Punkt: fast nie wurde alles live vor der Kamera fertig gekocht, denn das ging gar nicht. Die allermeisten Zubereitungsarten brauchen nämlich länger als die 20 oder 30 Minuten, die man der Sache im Fernsehen gibt. Und deswegen wurde damals das ganze Gericht vor der Sendung schon einmal gekocht und dann fix-fertig dem Publikum präsentiert. So weit, so langweilig – zum Zuschauen.

Spätestens mit Jamie Oliver wurde das ganz anders. Kochsendungen wurden revolutioniert und jetzt wurde jeder Schritt – vom Zwiebel hacken bis zum fertigen Teller, “live” im Fernsehen gezeigt. Das ist wunderbar und macht Lust aufs Kochen – und lässt auch Kochanfänger endlich mitmachen, die vielleicht unsicher sind, wie denn die Zwiebel so fein gehackt in der Schüssel gelandet ist  – aber damit gibt es ein großes Problem: wenn man immer nur in 20 oder 30 Minuten kocht, dann dann kann man viele Garmethoden gar nicht zeigen.

Wie die meisten wissen, habe ich einige Jahre lang TV-Sendungen zum Thema gesunde Ernährung und Abnehmen gemacht. Und in diesen knapp 100 Sendungen wurde auch jedes Mal gekocht. Wir haben bei über 100 Kochszenen vielleicht zwei oder drei Mal etwas vorbereitet – aber auch da hat das Gericht gerade mal eine Stunde im Ofen gedauert. Und das ist für viele Zubereitungsformen einfach zu wenig – und dann kommen diese Methoden im Fernsehen (und damit dann auch oft in Kochbüchern…) viel zu kurz. Alles, was langsam geschmort werden muss, fällt schon mal weg. Und das ist sehr schade.

  • Man kann nur Fleisch verwenden, dass sich zum Kurzbraten eignet.
  • Langsam geschmorte Eintöpfe, die bei geringer Temperatur gegart werden, fallen weg – und gerade das langsame Schmoren macht einige Nährstoffe für uns besser verfügbar.
  • Man kann Linsen und Bohnen eigentlich nur aus der Dose verwenden – denn langes Einweichen und Kochen gehen sich zeitlich nicht aus.

Wer also seine Inspirationen über Kochsendungen holt oder sogar damit (und den passenden Kochbüchern) kochen lernt, kocht ziemlich einseitig. Man kann zB in den meisten Fällen nur Fleisch verwenden, dass man kurz garen kann. Aber ein Tier hat nur wenig Fleischteile, die sich dazu eignen kurz gebraten oder gegrillt zu werden, ohne dass sie davon zäh werden. Und das sind die teuersten Fleischteile. Wenn man jetzt noch den Anspruch hat, dass das Fleisch aus artgerechter Tierhaltung sein soll, dann wird es plötzlich sehr teuer – denn wenn man vom Rind nur die Filets isst und vom Truthahn nur die Brust, dann ist das verschwenderisch – und eben teuer!

Vielleicht für viele überraschend – es ist auch ungesünder. Denn die Nährstoffe im Fleisch sind erstens nicht so sehr nur im Muskelfleisch konzentriert, sondern stehen zweitens in einem Gleichgewicht zueinander. Und erst, wenn wir das “ganze” Tier essen, also auch mal Haut beim Geflügel bzw Knorpel, Bindegewebe und Innereien dabei haben, haben wir auch alle Nährstoffe und vor allem: die Nährstoffe sind ausbalanciert, und das macht es wesentlich gesünder für uns (dazu machen wir einen Schwerpunkt später dieses Jahr, da erkläre ich das noch mal ausführlich).

Aber um diese Fleischteile zuzubereiten, braucht man Zeit.
Aber wie soll man das unter den Hut bringen, wenn man tagsüber außer Haus ist und gerade mal am Abend Zeit hat, etwas Frisches zu kochen? Die allermeisten von uns haben ja keine vollberufliche Hausfrau mehr zu Hause, die Zeit für solche (gesünderen) Garmethoden hat.
Wir haben für uns eine einfache Lösung gefunden: den Slow Cooker (auf Deutsch manchmal auch “Schongarer”).

Es gibt sie in verschiedenen Größen und Modellen, aber eines haben sie alle gemeinsam: man gibt die rohen Zutaten hinein, schaltet ihn ein – und kann das Ganze für viele Stunden vergessen. Der Topf hält inzwischen (bei recht geringem Stromverbrauch) eine Temperatur meist knapp unter dem Siedepunkt und schmort die Zutaten langsam vor sich hin. Das bringt einen herrlichen Geschmack – und jedes Fleisch wird wunderbar weich.

Der Slow Cooker ist dafür entworfen, dass man ihn auch alleine lassen kann, somit ist der ideal für Menschen, die am Abend müde nach Hause kommen und dann am liebsten schon das Essen fertig hätten. (Denn genau in dieser Situation brechen dann oft die besten Vorsätze zusammen – und man greift schnell nach einem Wurst- oder Käsebrot, weil man einfach keine Lust zum Kochen hat). Du wirfst also in der Früh ein paar Zutaten in den Topf (vorher waschen und klein schneiden wäre aber empfehlenswert…. 🙂 ), gibst ein paar Gewürze, Salz und Pfeffer dazu, schaltest den Topf ein und – gehst weg. Der Topf macht den Rest. Wenn du nach 6, 8 oder 10 Stunden nach Hause kommst, ist das Essen fertig. Herrlich!

Wir lieben unsere Slow Cooker! Weil der Slow Cooker sich besonders gut für Eintöpfe und Suppen eignet, und die gerade in der kalten Jahreszeit besonders schmecken, machen wir im Februar im Faustformel Club einen Schwerpunkt zum Thema “Slow Cooker”. Wir haben ein Video, in dem ich erkläre, wie man eine 24-Stunden-Kraftbrühe richtig zubereitet, es wird am 9. Februar eine ganze Live Session zum Thema Slow Cooker geben, im Faustformel Wiki gibt es einen Übersichtsartikel zur richtigen Verwendung und natürlich gibt es einige Slow-Cooker Rezepte im Faustformel Foodplan. Du bist noch kein Club-Mitglied? Dann wird es allerhöchste Zeit! 🙂 Wenn du möchtest, kannst du den Club hier um nur 1 EUR für einen ganzen Monat testen!
Noch mehr Info zum Schongarer? Sehr gerne! Hier habe ich noch mehr dazu geschrieben – mit Links zu Modellen, die wir getestet haben und empfehlen können (ab EUR 30…). > Slow Cooker – ein kleiner Überblick

3 Kommentare zu „Das Problem mit den TV-Kochsendungen“

  1. Christa Hasslach

    Ich würde den Club einmal für 4 Wochen testen und wo kann ich diesen Slow Cooker bekommen?

    1. Den Slow Cooker bekommst du zum Beispiel auf Amazon. Aber weil die Frage schon öfter kam werde ich im Artikel noch einen Link ergänzen. Gute Idee!

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