Was sind eigentlich Schlacken?

Was sind eigentlich Schlacken?

In vielen Artikeln übers Entgiften ist von “Schlacken” die Rede. Die einen sagen, man müsste sie unbedingt loswerden, die anderen (z.B. hier und hier und hier) behaupten, es gibt im menschlichen Körper gar keine Schlacken. Was stimmt?

Das Wort Schlacken kommt aus der Industrie. Wenn in einem Hochofen etwas verbrannt wird, dann bleiben Rückstände zurück, ähnlich wie bei einem Holzfeuer zum Schluss Asche übrig bleibt – und das nennt man bei einem Hochofen eben Schlacken. Diese Schlacken müssen immer wieder entfernt werden, damit der Hochofen normal funktionieren kann.

Also anders ausgedrückt: Beim normalen Gebrauch von einem Hochofen bleiben beim “Stoffwechsel” (ein Hochofen wandelt ja auch einen Stoff in einen anderen um) gewisse Endprodukte übrig, die der Hochofen nicht von alleine loswerden kann. Deswegen muss er regelmäßig von diesen “Stoffwechselendprodukten” gereinigt werden, weil er sonst irgendwann gar nicht mehr zu gebrauchen ist.

Beim menschlichen Körper hat man lange geglaubt, dass auch “Stoffwechselendprodukte” anfallen. Dass also, wenn wir unsere normale Ernährung (und Luft und Wasser) zu uns nehmen, am Schluss im Körper irgendwo Ablagerungen entstehen, die man ausräumen muss, damit wir länger gesund und vital bleiben. Einige haben auch geglaubt, dass wir deswegen altern, und dass man das Altern hinauszögern könnte, wenn man nur regelmäßig entschlackt. Wie sich ja auch die Lebensdauer von einem Hochofen verlängert, wenn man ihn regelmäßig putzt.

Inzwischen weiß man, dass das Blödsinn ist. Unser Körper kann mit einer normalen, ausgewogenen Ernährung gut umgehen und ist absolut fähig, alle Stoffwechselendprodukte selber zu entsorgen. Da entstehen nirgends Ablagerung von irgendwelchen Schlacken, die man besser gezielt ausräumen müsste. Und Alterung unterliegt einem ganz anderen Mechanismus und hat nichts mit irgendwelchen Endprodukten unseres normalen Stoffwechsels zu tun.

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“Aber halt!”, sagen dann die Vertreter der Entschlackung. “Wir meinen ja nicht die Ablagerungen einer gesunden Ernährung, sondern die Reste einer ungesunden Ernährung. Und überhaupt meinen wir mit Schlacken einfach alle ungesunden oder schädlichen Dinge, die sich so im Laufe der Zeit im Körper ablagern. Deswegen muss man regelmäßig entschlacken.” Jetzt wird es schon kniffliger.

Denn wie ich in diesem Artikel hier ausführlich erklärt habe, speichern wir sehr wohl nachweislich viele Schadstoffe in unserem Körper, die auch Schaden anrichten können. Die Frage ist nur, wo lagert sich dieses Zeug ab?

Giftstoffe sind bei jedem Menschen in Blut, Knochen, Urin, Haaren und vor allem im Fettgewebe nachweisbar. Im Fettgewebe sind oft übrigens Werte zu messen, die bis zu 150 Mal (!!!) höher sind als die, die man im Blut messen kann. Das liegt vermutlich daran, dass der Körper, wenn er die Stoffe nicht gerade sicher loswerden kann sie dort hin tut, wo sie möglichst wenig Schaden anrichten können. Und da viele der Stoffe auch noch fettlöslich sind landen sie im Fettgewebe, was das Abnehmen dann viel schwieriger macht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was es aber nicht gibt: Ablagerungen von “bösen Dingen” im Darm. Dazu ist der Darm ein viel zu bewegliches Organ. Die Darmwand besteht ja aus einer dünnen Zellschicht, die jeden zweiten Tag zur Gänze erneuert wird (unser Stuhl besteht zu einem großen Teil aus abgestorbenen Darmwandzellen). Wenn dort etwas kleben würde oder irgendwo Ablagerungen wären, würden die einfach mit abgetragen werden, weil sich die Wand automatisch nach innen ablöst.

Überhaupt besteht im Darm ein sehr komplexes Gleichgewicht aus dem, was wir gegessen haben, aus unserem Immun-, Nerven-, und Verdauungssystem und über 400 verschiedenen Arten von Bakterien und Pilzen, die wir für unser Überleben brauchen. Das mit einer radikalen Darmkur “durchzuputzen” kann nach heutigem Wissensstand in vielen Fällen mehr Schaden anrichten, als es Gutes tut.

Ich vergleiche unseren Darm mit einem schönen Seerosenteich 🙂 Es besteht ein komplexes Gleichgewicht von vielen Organismen, die miteinander in Harmonie leben. Aber er ist eben kein Swimmingpool, den man hin und wieder mit Chlors putzen muss. Wenn du einen Teich hin und wieder mal gründlich putzt und vielleicht noch mit starken Putzmitteln kommst, dann zerstörst du mehr als du rettest. “Ablagerungen” gibt es keine im Darm und obwohl es für viele sehr hilfreich wäre, für ihre Darmgesundheit mehr zu tun, sind extreme Darmkuren dabei nicht hilfreich. Denn einen Seerosenteich putze ich nicht mit Chlor, sondern versuche vorsichtig die nützlichen Organismen mit dem richtigen Futter zu stärken – dann verschwinden die nicht so nützlichen meist von ganz alleine.

Also, zusammengefasst:

  • Schlacken als Stoffwechselendprodukte einer normalen Ernährung gibt es nicht.
  • Schlacken als “wir speichern Stoffe im Körper, die dort keinen Nutzen haben und potentiell Schaden anrichten können” gibt es sehr wohl – und zwar bei jedem Menschen.
  • Diese Schlacken werden aber nicht als Ablagerungen im Darm gespeichert, sondern sind in so gut wie jedem Gewebe nachweisbar. Um sie loszuwerden, muss man die Entgiftungskapazitäten des Körpers unterstützen, wie ich es in diesem Artikel erklärt habe.

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1 Kommentar zu „Was sind eigentlich Schlacken?“

  1. Liebe Sasha, ich mag deine Artikel sehr und bin jedesmal erstaunt wie viele tolle Vorgänge sich in unserem Körper abspielen. Danke, dass du sie so einfach wie möglich erklärst.

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