Wie oft muss man eigentlich gesund essen?

Wie oft muss man eigentlich gesund essen

Es gibt einige Themen, die mich total auf die Palme bringen. Eines dieser Themen ist die regelmäßige Frage: “Muss man sich eigentlich immer gesund ernähren oder darf man auch hin und wieder genießen?”
Beim Faustformel System geht es darum, einen entspannten Zugang zur gesunden Ernährung zu bekommen. Und deswegen möchte ich diese Frage nun ein für allemal beantworten und erklären, warum sie mich so aufregt. Vielleicht hilft es ja dem einen oder der anderen dabei, die Einstellung zur Ernährung zu überdenken.

Für mich ist diese Frage nämlich gar keine ehrlich gemeinte Frage, sondern eine Behauptung.

Und noch dazu eine, die die Diskussion in eine völlig falsche Richtung lenkt.
Denn hinter dieser Frage steckt viel mehr – sie behauptet:

  1. Gesundes Essen schmeckt nicht. Kann nicht schmecken. Wird nie schmecken – und umgekehrt ist alles, was gut schmeckt, schlecht für mich.
  2. Gesunde Ernährung bedeutet Verzicht (denn ich “muss” es ja tun und keiner würde sich freiwillig so ernähren).
  3. In dieser Aussage versteckt ist auch: wer sich freiwillig so ernährt ist genussfeindlich. Denn, wer sich immer oder überwiegend gesund (= langweilig, schmeckt nicht, kein Genuss) ernährt, kann ja nur ein Langweiler und Genussfeind sein – wer würde das sonst machen?

Um eines klarzustellen: ich esse NICHTS, was mir nicht schmeckt. Ich esse NUR Dinge, die ich genieße. Immer. Ja, ich probiere manchmal ganz neue Dinge aus und davon schmeckt mir dann nicht immer alles (und es ist in dem Moment kein Genuss) – aber dann wird es eben nicht ins Repertoire übernommen. Aber sonst genieße ich mein Essen IMMER.

Warum sollte gesundes Essen kein Genuss sein?
Ich esse nur Dinge, die ich genieße. Ich liebe ein schönes Steak mit Kartoffeln und Salat (= ”gesund”), faschierte Laibchen (Frikadellen) mit Kartoffelpüree und Salat (= ”gesund”), einen großen Salat mit Avocado und Shrimps (= “gesund”), ein herrliches Kokosmilchcurry mit Kichererbsen oder Fisch oder Fleisch (= “gesund”), oder … die Liste ist endlos. Ich liebe auch Kartoffelchips (= ”ungesund”), Backhendl (= ”ungesund”), Pommes (= “ungesund”), einen Berg Nudeln (= ”ungesund”) oder mal eine Pizza (= ”ungesund”).

Meine Ernährung ist also nicht nur “gesund”, aber alles, was ich esse, genieße ich. Von den Dingen, die nicht so gesund sind, esse ich einfach weniger. Und trotzdem ist meine Ernährung immer ein Genuss für mich!

Das Problem an der Frage “Muss man sich immer gesund ernähren oder darf man auch hin und wieder genießen” ist, dass es von vornherein festlegt, dass gesundes Essen “grausig” ist. Das wird in dem Zusammenhang als Prämisse angenommen, als Grundlage, die man nicht mal zu diskutieren braucht.

Wenn mir diese Frage gestellt wird , dann ärgert mich das so, weil man die vielen tollen und nützlichen Dinge, die man zum Thema Ernährung weitergeben könnte  nicht mehr besprechen kann. Und man sich auf die schwachsinnige Diskussion einlassen muss, ob es auch Essen geben könnte, das nicht schädlich für den Körper und dabei “halbwegs essbar” ist.

Jede Mahlzeit genießen
Viele haben sicherlich angefangen diesen Artikel zu lesen, weil sie gehofft haben, dass ich ihnen eine Regel aufschreibe, wie z.B. wenn du dich 4 Tage pro Woche dazu zwingst etwas Gesundes zu essen, dann darfst du 3 Tage pro Woche “genießen”.

Aber wir wäre es mit: iss NUR Dinge, die du genießt, bei jeder einzelnen Mahlzeit – und hin und wieder isst du dann Dinge, die du AUCH genießt, die deiner Gesundheit und deinem Gewicht aber vielleicht in dem Moment nicht so helfen (aber für die Seele gut sind).

Das ist unser Ansatz beim Faustformel System!

Eines kann ich aus der Erfahrung von über 10 Jahren und der Arbeit mit Zigtausenden Menschen sagen: Geschmack ist Gewohnheit. Und wenn etwas nicht schmeckt, dann hat das meistens einen (oder beide) der folgenden Gründe:

1) Sie sind es (noch) nicht gewohnt
und
2) Sie können nicht kochen (und keiner hat ihnen z.B. jemals schmackhaft zubereitetes Gemüse serviert)!

Schmeckt nicht, gibt’s nicht!
Der erste Schritt sollte also sein, dass du ein paar neue Zubereitungsmethoden lernst, neue Lebensmittel (z.B. Gemüse :-)) ausprobierst und dich bemühst, die Gerichte schmackhaft zuzubereiten . Denn ich behaupte mal, wenn es nicht gut schmeckt (und von deiner Familie verweigert wird), dann liegt es nicht am Gemüse oder Fisch, sondern am Koch 🙂

Gesundes Essen ist eine tolle Gewohnheit
Warum fängst du nicht an, es zur Gewohnheit zu machen, gutes, selber frisch zubereitetes Essen – das auch noch schmeckt – in dein Leben einzubauen? Das wäre wirklich nützlich. Denn gesunde Ernährung funktioniert nur, wenn man sie langfristig macht und die ganze Familie mit dabei ist.

Denn Menschen sind – meiner Meinung und Erfahrung nach – nicht besonders gut darin langfristig Dinge zu tun, die sie “nicht gut” finden. Wir ziehen vielleicht etwas eine kurze Zeit durch, aber dann muss es entweder angenehm oder zumindest zur Gewohnheit geworden sein, sonst hören wir wieder damit auf.

Also frage dich nicht, wie oft du dich gesund ernähren MUSST – frage dich lieber, wie du gesunde Dinge schmackhaft machen kannst und diese Dinge vermehrt in deinen Alltag einbauen kannst. Denn nur dann wirst du damit langfristig Erfolg haben.

In unserem Faustformel Club stehen aktuell über 700 Rezept zur Verfügung, die auch von anderen Fäustlingen schon hundertfach nachgekocht wurden. Wenn dich also auch der Ehrgeiz packt, dann schau mal rein in den Club.

Und noch was: bitte hört auf mich zu fragen, wie oft man sich gesund ernähren muss – sonst muss ich mich wieder so aufregen. Und das ist nicht gut für meine Gesundheit 🙂

8 Kommentare zu „Wie oft muss man eigentlich gesund essen?“

    1. Brigitte Nauta

      Danke das wurde super erklärt die Rezepte sind so leicht zu kochen und schmecken ausgezeichnet 😂👍👍👍Glg an das Team

  1. Claudia Strauss

    Toller Artikel. Genau richtig. In der Familie ist das für mich, uns kein Problem, aber wie schon einige andere geschrieben haben, ist es für Außenstehende eins. Die sagen dann meistens: du immer mit deiner esserei! Auch wenn man es ihnen erklärt, ist es für diese Leute leider nicht verständlich. Darum haben sie auch immer irgendwelche Problemchen: blähbauch, Verstopfung, Unwohlsein, zu viele Kilos etc…..
    ich bin sehr zufrieden mit dem „faustformel essen“. Ich trinke auch noch täglich Aloevera Saft und mir gehts Sau gut. Da brauche ich auch mit niemanden diskutieren, das ist meine Lebensweise ! Liebe Grüße Claudia

  2. Ines Küchler

    Ich finde, viel zu oft muss man sich nach seinen Mitmenschen richten! Ich würde mich gern gesund ernähren, aber man wird da oft etwas belächelt und verspottet. Deshalb finde ich diese Faustregelformel sehr gut für mich geeignet! Man kann sich im Restaurant etwas zusammenstellen , ohne dass jemand sofort merkt, dass du eine („Diät „)machst. Ich bin kein Vegetarier, aber wenn ich auf einer Speisekarte vegetarische Gerichte interessant und schmackhaft finde , dann bestelle ich mir diese!! Außerdem verbanne ich Weißmehl und Zucker seid Jahren von meinem Speiseplan , aber meine Mitmenschen zwingen mich manchmal Dinge zu essen , wo ich weiß, die will ich meinem Körper einfach nicht antun! Mein Hauptproblem ist derzeit,ich bin in den Wechseljahren und ich hätte nie gedacht, dass mir dann mein Körper nicht mehr gehört und nicht mehr gehorcht,sondern er macht grad was er will und legt ziemlich schnell 1Kilo nachdem anderen zu . Ich hoffe ,mit der Faustregelformel ,gesunde Ernährung und Sport das Ganze etwas unter Kontrolle zu bekommen .

    1. Hallo Ines, schön, dass du zu uns gefunden hast! Vielen hat schon die Faustformel alleine geholfen, die Hormone im Wechsel wieder in den Griff zu bekommen (weil übers Insulin auch die anderen Hormone beeinflusst werden, die gerade im Wechsel „durcheinander“ geraten). Das ist schon mal ein sehr guter, erster Schritt. Aber für manche andere war das noch zu wenig, weil der „Schalter“, der im Körper die Fettverbrennung anschaltet, bei vielen schon „feststeckt“ (das hat auch mit jahrelanger, falscher Ernährung zu tun). In dem Fall kann unser optimiertes Intervallfasten, ein 10-Tage-Programm, ein sehr guter Kickstart sein – hier findest du mehr Information dazu: https://start.faustformel.com/stoffwechsel-sos/

  3. Monika Bauer

    Für meinen Mann und mich ist es schon sehr lange eine sehr leckere und gute Ernährung, leider fallen auch wir immer wieder in die ungesunde Variante zurück, aber es gibt immer wieder ein Zurück und wir fühlen uns sehr wohl mit diesem Essen .

  4. Ich kan dich total verstehen, mir fällt es sehr schwer mit nicht Fäustlingen über Ernährung zu reden, niemand der mein FF-Mittagessen sieht glaubt, dass es mir schmeckt, geschweigedenn, dass man davon satt wird, ich bin immer die, die komisches Zeug isst 😀 … aber ich muss sagen mir schmecken die meisten „ungesunden“ Gerichte gar nicht mehr sooo gut, bzw is es mir auch nicht wert mich danach stundenlang hundselendig zu fühlen. Ich kämpfe aber trotzdem noch massiv gegen die Gewohnheit in manchen Situationen „Ungesundes“ zu meiden, unglaublich wie schwer einem die Änderung mancher Gewohnheiten fällt. … lg

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