Artgerechte Ernährung – für den Menschen?

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Ein paar Dinge haben mir in letzter Zeit zu denken gegeben. Da war einmal die Email einer sehr lieben Kundin, die mich gefragt hat, ob ich nicht ein veganes Kochbuch herausgeben will. Und dann war die sehr spannende Diskussion mit Frau Schillinger und Herrn Stadler nach dem Live Talk im Hangar 7. Wir haben über die Wichtigkeit von Raubtieren für die Gesundheit natürlicher Systeme gesprochen und Herr Stadler hat erzählt, dass er mal dort, wo er wohnt, Wölfe gehört hat, die Schafe gerissen haben (und hat gemeint, er würde lieber von Menschen geschlachtet als von Wölfen gerissen werden – da stimme ich ihm zu). Ich habe damals Frau Schillinger gefragt, wie sie dann zu den Wölfen steht. Ihre Antwort: “Ja, die dürfen das!”. Darauf ich:  “Und Menschen dürfen nicht?” und sie hat gemeint: “Nein! Weil wir nicht müssen.”

Das hat mir zu denken gegeben. Was “darf” der Mensch mit seiner Ernährung? Und, was mich noch mehr beschäftigt: was wäre denn “richtig”? Denn wir sprechen immer von “artgerechter Haltung” und “artgerechter Ernährung” bei Tieren. Es ist uns (nicht zuletzt den Veganern) unendlich wichtig, dass Tiere “artgerecht” gehalten werden. Aber hat dann der Mensch auch ein Anrecht auf artgerechte Ernährung? Und vor allem:  was wäre denn “artgerecht” für den Menschen?

Ich habe mich schon als Kind für Ernährung interessiert und habe als Teenager Kochbücher von vorne bis hinten durchgelesen (ja, wirklich!). Ich habe damals geglaubt, dass “die richtige Ernährung” eine der ältesten Wissenschaften des Menschen sein müsste, da es doch so ein wesentlicher Teil unseres Lebens ist. Bestimmt erforschten die Experten ihrer Zeit schon seit Jahrtausenden, was es brauchen würde, damit ein Mensch sich optimal ernährt und damit optimal gesund bleibt.

Aber: Irrtum! Das ist – zumindest in der westlichen Welt – bis vor ganz kurzer Zeit keine wirklich relevante Frage gewesen (die traditionelle chinesische Medizin und Ayurveda beschäftigen sich schon länger damit). Man hat sich nicht gefragt: was wäre die optimale Ernährung für den Menschen? Sondern eher: wie können wir dafür sorgen, dass wir nicht verhungern? Über Jahrhunderte war die zentrale Frage eher nur wie man “nicht verhungert”.

Und da ist ein großer Unterschied. Denn “gerade nicht verhungern” ist für den Menschen relativ einfach.  Wir sind zum Glück begnadete Allesfresser und können (zumindest für eine Zeitlang) von fast allem leben: egal, ob das Walfett, Milch, Getreide, Wurzeln, Nüsse, Obst, Fleisch, Blut, fermentierte Fischeier, roher Fisch, etc etc,  ist  – kaum ein anderes Lebewesen kann so eine Bandbreite an Nahrungsmitteln verwerten.
Aber was wäre dann für uns wirklich “artgerecht”?

Es gibt viele strittige Punkte in der Ernährung – und weil wir ständig dazu lernen, verändert sich unser Wissen auch dauernd (und weil das eine recht “junge” Wissenschaft ist, gibt es eben auch viele widersprüchliche Meinungen – zumindest glaube ich, dass das der Grund dafür ist).

Aber was wissen wir mit Sicherheit?

Was wir mit Sicherheit wissen:

  • Der Mensch isst schon seit mindestens 250.000 Jahren (einige Schätzungen gehen von 500.000 Jahren aus – aber sogar bis zu 2 Mio Jahre sind im Gespräch) gekochte Nahrung. Einige sagen sogar, dass wir deswegen “zum Menschen” geworden sind, weil wir gelernt haben, Nahrung zu garen. Also nicht: Ich denke, daher bin ich, sondern eher:  “ich koche, daher bin ich”.
  • Alle Kulturen essen täglich (wenn Nahrung verfügbar ist). Keine einzige (mir bekannte) Kultur würde zB nur jeden zweiten Tag essen (immer vorausgesetzt, es ist Nahrung verfügbar – aber auch dann wird die Nahrung eher auf “täglich wenig” aufgeteilt als nur jeden zweiten Tag, dann aber dafür mehr zu essen). Dabei wäre es evolutionsmäßig eine riesiger Vorteil, wenn man die Nahrungsaufnahme auf zB jeden zweiten Tag beschränken könnte. Passiert aber nirgends.  
  • Alle Kulturen essen tagsüber. Auch sehr spannend. Darüber denken wir nie nach, weil das so ein “normaler” Aspekt für uns ist. Aber es wäre ja auch ein unglaublicher evolutionärer Vorteil, wenn man den ganzen Tag jagen/sammeln/kämpfen und dann in der Nacht die Nahrung zu sich nehmen könnte. Hat sich aber nirgendwo entwickelt.
  • Alle Kulturen essen mehrmals am Tag. Auch hier: wäre ein großer Vorteil, wenn man sich das ersparen könnte und zB nur einmal am Tag eine riesige Mahlzeit zu sich nehmen könnte. Aber auch das hat sich in der Evolution nicht entwickelt.
  • Der Mensch (bzw seine Vorfahren) isst schon seit ca 2,5 Mio Jahren Fleisch. Alle Kulturen essen zumindest zum Teil tierische Produkte. Unser Darm ist dazu entwickelt, “Gemischtkost” (mit Fleisch) zu essen, nicht nur eine reine Pflanzennahrung. Es gibt keine veganen Kulturen auf der Erde. Es gibt Kulturen, die fast ausschließlich Tierisches essen (zB die Inuit, die traditionell hauptsächlich von Walfett, Fisch und Fleisch leben oder die Massai, die hauptsächlich von Blut und Milch leben (siehe auch hier) – aber es gibt kein Volk, dass sich 100% vegan ernährt (es gibt Geschichten von kleinen Gemeinschaften, die sich angeblich 100% vegan ernähren, aber das hat wissenschaftlichen Untersuchungen nicht stand gehalten).
  • Gemüse und Wurzeln? Ja, essen die meisten, aber längst nicht alle. Allerdings essen die gesündestens Völker der Welt regelmäßig Gemüse, sowohl roh, als auch gekocht (und viele übrigens auch fermentiert).
  • Beeren und Blätter? Sofern vorhanden, essen das eigentlich alle (sogar die Inuit, wenn sie sie sammeln können).
  • Getreide? Da wird es schon enger. Getreide ist ziemlich umstritten, weil wir es noch nicht lange essen und doch relativ viele (laut Schätzungen bis zu 13%, manche sagen sogar 25% der Bevölkerung) Probleme mit Gluten und anderen Bestandteilen von Getreide haben. Immerhin essen wir es erst seit 10.000 Jahren – das ist in der Evolution noch nicht sehr lange. Gerade bei Autoimmunerkrankungen und Problemen mit der Schilddrüse scheint Getreide eine Rolle zu spielen.
  • Hülsenfrüchte? Sehr ähnlich…. Auch hier haben viele Probleme, aber wird generell besser vertragen (mit Ausnahme von Soja, das oft Probleme macht).
  • Milchprodukte? Laut Schätzungen vertragen bis zu 90% der Weltbevölkerung keine Milchprodukte. Menschen mit mitteleuropäische Abstammung vertragen Milchprodukte oft wesentlich besser und bei uns geht man davon aus, dass “nur” ca 25% der Bevölkerung Probleme mit Laktose haben (aber sehr viele haben nicht nur Probleme mit dem Milchzucker, sondern auch mit dem Casein, einem Eiweiß in der Milch).

Zumindest aus diesem Gesichtspunkt würde einiges gegen eine vegane Ernährung sprechen – denn wir essen schon viel länger Fleisch als wir Getreide oder Hülsenfrüchte essen (2,5 Mio Jahre bzw erst 10.000 Jahre). Und aus meiner Arbeit mit vielen, VIELEN Frauen, die Probleme mit der Schilddrüse haben, weiß ich zum Beispiel, dass gerade für sie eine vegane Ernährung eine einzige Katastrophe ist (weil sie meist Probleme mit Gluten, Soja, Hülsenfrüchten, den meisten Nüssen und manchmal auch noch Nachtschattengewächsen haben – da bleibt bei einer veganen Ernährung dann nicht mehr viel übrig).

Also: was wäre “artgerecht” für den Menschen?

Und: Wenn es sich (weiterhin) herausstellt, dass vegane Ernährung NICHT die optimale Ernährung für den Menschen ist – findet ihr, der Mensch sollte dann zurückstecken, wenn er damit den Planeten retten kann (wenn das die logische Schlussfolgerung wäre – auch da kann man diskutieren. Aber lassen wir das mal so dahingestellt): soll der Mensch verzichten – auch wenn das auf Kosten der eigenen Gesundheit ginge? Aber was meint ihr? Sollen wir uns und unsere Kinder “nicht optimal” ernähren, wenn das besser für die Umwelt wäre? Wie seht ihr das?

Ich denke auf jeden Fall weiter über dieses Thema nach. Das Faustformel System soll ja “doppelt nachhaltig” sein – gesund und machbar für den Menschen im Alltag, aber auch so, dass wir den negativen Einfluss, den wir als Menschen auf den Planeten haben, minimieren. Das ist oft eine schwierige Gratwanderung.

Wie seht ihr das?

8 Kommentare zu „Artgerechte Ernährung – für den Menschen?“

  1. Das Mensch ist ein Allesfresser – von Anfang an. Die meiste Zeit seiner Geschichte ernährt sich der Mensch von dem was er sammelt: Früchte, Samen, Blätter, Nüsse, Wurzeln, Insekten, Honig, Aas.
    Die Jagd bekam schon früh einen hohen Stellenwert, aber erst, als es gelang komplexe Werkzeuge (Waffen, Fallen, etc.) herzustellen, wurde der Mensch in die Lage versetzt, sein Fleisch überwiegend zu erjagen. Sportliche Ausdauer war eine der Voraussetzungen für den Erfolg. Pflanzenteile jedweder Form wurden aber weiterhin gesammelt und auch zubereitet und verzehrt. Vergessen werden sollte auch auf keinen Fall, dass es oftmals einfacher ist, Fische zu fangen, als Wild zu erjagen und dass die neuesten Erkenntnisse davon ausgehen, dass der frühe Homo Sapiens sich überwiegend von Pflanzen und Fisch ernährt hat + etwas Aas und ganz selten (saisonal) auch Fleisch.
    Auch wenn es den Homo Sapiens seit ca. 200 000 Jahren gibt, fand die für die heutige Menschheit bedeutendste Revolution erst vor ca. 15 000 – 10000 Jahren statt – Der Beginn von Ackerbau und Viehzucht einhergehend mit der Abkehr vom nomadisierenden Leben.
    Zusammen mit Lagerhaltung und Saatgutmanagement war es in immer kürzeren Zeiträumen möglich, mehr Menschen zu ernähren.
    Ohne diese Agrarrevolution würde es UNS (die heutigen Menschen) wahrscheinlich so nicht geben…
    Da der Mensch von Anfang an, ein Allesfresser war, kann er auch alles verdauen. Der Zuckerstoffwechsel ist für die Versorgung der Muskeln mit Brennstoff wichtig – er funktioniert mit Kohlenhydraten aber auch mit Eiweissen sowohl als auch mit Fetten.
    Als Allesfresser kann der Mensch zum einen als reiner Fleischverzehrer aber auch als Vegetarier oder auch Veganer existieren. Er kann evolutionsbedingt mit einem oder auch mehreren Nährstoffen / Nährstoffgruppen Probleme bekommen – Evolution hört nicht auf sich zu entwickeln und sie geht auch nicht immer richtige Wege – sie funktioniert nach dem Prinzip Try and error. Es ist also schwierig, allgemeingültige Empfehlungen zu verfassen, denn es kann alles richtig und genauso falsch sein – kommt halt auf die Ausbaustufe des Menschen an.

    1. Stimmt fast alles – bis auf die „kann auch als Veganer existieren“. Das ist für Erwachsene sicher ein paar Jahre machbar, aber als Kind oder Heranwachsender nicht (ohne Schaden zu nehmen). Deswegen gibt es auch keine einzige vegane Kultur auf der Welt. Und ja die Evolution geht weiter – aber nicht so schnell, wie manche das hoffen würden („Lichtesser“??). Man kann über die Ernährung eines Säugetieres schon allgemeingültige Richtlinien erstellen, die für die Allgemeinheit gelten. Natürlich gibt es die eine oder andere Ausnahmen und die Ernährung des Menschen mag individuell bei einzelnen Lebensmitteln und deren Verträglichkeit unterschiedlich sein, aber trotzdem gibt es Prinzipien, die für alle gelten. Ein Pferd wird immer besser von Heu als von Fleisch leben können und ein Mensch eben besser von Gemüse und Fleisch als von Gras.

      1. Hier muss ich mal einspringen. Beide Kinder von mir leben seit ihrer Geburt komplett vegan und die Bluttests haben ausnahmslos Spitzenwerte ergeben und auch die Krankheiten, die sie in Kita und Schule im Gegensatz zu allen anderen NICHT hatten, sprechen ganz klar für eine rein pflanzliche Ernährung.
        Aber einmal davon abgesehen, denkt die Verfasserin des obigen Hauptartikels leider keinen Gedankengang zu Ende, denn was der Mensch, egal wie lange, und seien es Jahrtausende tut, sagt absolut nichts darüber aus, ob es gut oder schlecht für ihn ist. Auch hat sich unser Verdauungsapparat mitnichten an tierische Nahrung angepasst, auch der Darm nicht. Auch fehlen uns zahlreiche Enzyme, die natürliche Fleischfresser mitbringen und die deren Organismus selbst herstellt, weil dieser dafür gemacht ist.
        Es spricht absolut alles gegen eine Definition des Menschen als Allesfresser und absolut alles FÜR eine rein pflanzliche Ernährung. Und ein Tierknast ist nicht artgerecht, nur die Freiheit ist es!

        1. Ich wünsche euch wirklich alles Gute für die Zukunft. Auf dieser Website bist du aber leider falsch, denn die einseitigen und überdramatischen Argumente von Veganern gehen mir schlicht auf die Nerven und mein Leben ist leider zu kurz, dass ich versuche, euch vom Gegenteil zu überzeugen. Keiner redet davon, dass Massentierhaltung okay ist – aber nicht jede Tierhaltung ist ein „Tierknast“. Die „Freiheit“ ist für Haustiere auch nicht artgerecht, weil sich die Haustierrassen in Symbiose mit dem Menschen entwickelt haben und von ihm abhängig sind (oder zumindest besser in Symbiose leben). Meine Hühner waren im totalen Freilauf, hatten aber einen mardersicheren Stall für die Nacht, in den sie sich freiwillig und selbständig zurück gezogen haben (und der dann versperrt wurde…) – denn ohne überlebt ein normales Haushuhn meistens nicht lange in der „Freiheit“. Aber, wie gesagt, bitte fühle dich nicht verpflichtet auf diesen Kommentar zu antworten, denn ich habe keine Lust darüber zu diskutieren. Ich habe meine guten Argumente, warum ich es nicht empfehle Veganer zu sein, werde dich aber sicher nicht überzeugen können. Ich würde vorschlagen, du ignorierst unsere Website am besten in Zukunft einfach.

  2. Danke für den Artikel, er hat mir auch wieder ein paar Dinge bewusst gemacht und ich habe mir darüber ein paar Gedanken gemacht.
    Ich denke, dass wir Menschen sehr wohl ohne Fleisch leben können, aber einfach entscheiden können, ob wir es wollen oder nicht. Und wenn wir uns entscheiden, Fleisch zu essen, dann ist es unsere Verantwortung, darauf zu achten, dass die Qualität stimmt. Und das heißt auch, ob das Tier gut gelebt hat. Das klingt altruistisch, ist es meiner Meinung nach aber nicht. Denn da „wir sind, was wir essen“ und viel Stress zu Übersäuerung führt, so hat das Folgen für unseren Körper – merkbar. Warum sollte das bei Tieren anders sein? Ein Tier, das sein Leben lang unter Stress stand und qualvoll starb, diese Botschaft essen wir mit, sie ist im Körper gespeichert (Übersäuerung!? Info?!). Will ich das essen? Sicher nicht! Und das heißt dann wohl, dass ich Fleisch vom Bauern kaufe, den ich kenne, oder in Bioqualität und dafür um einiges weniger. Und außerdem gibt es so viele gute vegetarische Rezepte auch noch…
    In jedem Fall: genießen! Denn ein schlechtes Gewissen nährt sicher nicht gut.
    Danke hier für das Forum für diese Überlegungen!

  3. Tanja Pötscher

    Natürlich etwas vergessen 🙂
    Und genau wie von Sasha erwähnt wird: wir WISSEN nicht, was wirklich NACHHALTIG ist. Nachhaltig dürfte anscheinend das sein, was wir immer schon so gemacht haben. Was, wenn sich herausstellt, dass in Fleisch etwas enthalten ist, was wir so unbedingt brauchen, aber noch nicht identifizieren können ? Und der Schaden dann umso größer wäre für die Umwelt, weil wir irgendwelche Therapien bereitstellen und Nahrungsergänzungsmittel herstellen müßten, die weitaus schlimmere Folgen für die Erde hätten ?
    Meiner bescheidenen Meinung nach, und die Geschichte zeigt es auch, ist ALLES oder NICHTS sowieso immer falsch. Vielmehr geht es um das RECHTE MITTELMASS. Wieviel Fleisch muß denn wirklich sein, und was kann ich sonst noch alles tun, um die Erde so gut es geht zu schonen ?

  4. Tanja Pötscher

    Vielen Dank für den guten Artikel. Gut, dass der viel zu kurze Live Talk hier noch etwas erweitert wird. Denn das Fachwissen dazu fehlt mir.
    Ich weiß nicht, ob es jetzt GANZ genau die Frage betrifft, aber ich habe mir für mich folgendes zurecht gelegt:
    1. Fakt ist, dass wir leider so dermaßen weit von einem natürlichen Lebensstil entfernt sind, dass jedes kleinste Baby von Geburt weg an bis zum Tod unserem Planeten Ressourcen nimmt und ihn tagtäglich verschmutzt. Ist so.
    2. Ich bin in der Stadt aufgewachsen, sehe so viele arme Menschen hier jeden Tag in der Innenstadt und hatte nie persönlichen Bezug zu irgendwelchen Tieren. SOFERN sie in angemessener Würde (!) gehalten und getötet werden (und ich zahle dafür IMMER den dafür notwendigen Preis), ist es für mich komplett normal, Tiere zu essen. Manchmal bedanke ich mich insgeheim bei diesem Lebewesen, dass es mir derart guten Geschmack und tolle Sättigung schenkt. Aber das ist dann schon alles. Es käme mir unnormal vor, Tiere NICHT zu essen.
    3. Da wir als Menschen (mittlerweile leider) unsere Erde sowieso endlos ausbeuten, weil sooooo vieles nicht mehr im Einklang mit der Natur abläuft, und da Fleisch halt nun mal mit nichts zu vergleichen ist, sehe ich die einzige Lösung für Nachhaltigkeit in KOMPROMISSEN.
    WIEVIEL muß ich eigentlich zur Zerstörung unserer Umwelt beitragen ?
    Muss es jeden Tag 2 x Fleisch sein oder reichen 2 besondere Fleischmahlzeiten die Woche ? Wie sieht es denn generell mit meinem Lebensstil aus ? Ist es wirklich notwendig, jährlich immer alles neu zu kaufen (Schulsachen, Feiertagsdekoration usw.) ? Könnte man sich vielleicht einmal für einen persönlichen Kleidungsstil entscheiden, überhaupt bessere Qualität kaufen und eine aufgerissene Naht nähen anstatt jeden Modetrend mitzumachen ? Wie oft stopft man aus Zeitgründen einfach alles in den Restmüll ? Wie wichtig ist es für 2 Personen, sich 140 m2 zu heizen ? Und was ist mit den sinnlosen Geschenken des Schenkenswillens, obwohl man weiß, das braucht kein Mensch. Wie oft muß ich auf Urlaub fahren ? Und wie weit muss das sein ? Und muß ich immer alles haben, was alle haben, wenn ich sowieso schon gar nicht mehr die Zeit habe, mich daran zu erfreuen ? USW. USW. USW.
    NUR das Eßverhalten bezüglich Fleisch anzuschauen ist sicher zu wenig. Das gesamte Konsumverhalten, den gesamten Lebensstil könnte man sich – wenn man es wirklich ernst meint und nicht bloß „in“ (vegan) sein will – schrittweise etwas „durchdenken“, nicht bloß für die Umwelt, sondern auch für unser Wohlbefinden und die Zufriedenheit. Meine Erfahrung ist: WENIGER ist (fast) immer mehr – mehr Qualität, mehr Freude, mehr Entspannung und besser für unsere Erde !
    Von daher denke ich, es gibt sooooo unzääääählig viele Möglichkeiten, unseren schönen Planeten so gut es geht zu schonen, dass man sich dann auch ruhig guten Gewissens ein saftiges Steak gönnen kann. So meine Meinung !

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