Was bedeutet “nachhaltig abnehmen”? Interview mit Faustformel-Gründerin Sasha Walleczek

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Warum hast du das Faustformel System entwickelt?
Als Ernährungstherapeutin habe ich tagtäglich den Schmerz und den unglaublichen Frust erlebt, den viele Menschen haben – sie fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper, viele fühlen sich unattraktiv und dabei geben sie sich selber die Schuld. Und gerade der letzte Punkt ist meistens total falsch! Denn jemand, der zu dick ist, ist nicht “Schuld” daran, wenn er zu viele Kilos herumschleppt, oder wenn er nichts abnimmt, obwohl er doch versucht weniger zu essen – und dann scheitert, weil “weniger essen” eben nicht funktioniert. Ich sehe ständig Leute, die keine Ahnung davon haben, wie die Grundbedürfnisse ihres Körpers funktionieren und die noch immer versuchen, über “mehr Disziplin” und “einfach weniger essen” abzunehmen. Aber das funktioniert nicht und bringt nur Frust – und immer mehr Kilos auf die Waage. Leider werden in den Medien entweder Wundermittel und Superfoods propagiert, die schnell wirken sollen, ohne dass man sonst etwas umstellen muss. Auch beliebt ist die  “man muss nur weniger zu sich nehmen als man verbrennt”-Methode oder auch mein persönliches Feindbild: “Du kannst alles essen, was du willst, solange du genug Sport machst”. Über solche Dinge könnte ich mich tagelang ärgern. Das verbreitet so viel Unwissen und  Frust, da Leute damit nie aus dem Teufelskreis ausbrechen können. Und das schönste daran: damit ist viel Geld zu verdienen, aber wenn es nicht klappt, dann ist immer der Kunde Schuld! Super Sache! Wo gibt es denn das sonst? Man kann ein schwachsinniges, unbestätigtes Konzept verkaufen oder ein teures “Superfood”, das als eine Art Wunderpille alle deine Probleme lösen soll – aber wenn es nicht klappt, dann war der Kunde selber schuld, denn er war einfach nicht diszipliniert genug. Und das allerbeste: diese frustrierten Kunden geben dann nicht etwa dem Produkt oder dem Konzept die Schuld, nein, die kommen zurück und kaufen das gleich noch mal! Denn es lag ja nicht am Programm oder Produkt, sondern am Kunden! Und so wird viel Geld mit dem Frust und dem Misserfolg der Kunden verdient.

Und deswegen das Faustformel System?
Ja, ich musste mich irgendwann entscheiden, ob ich wenigen, einzelnen Personen mit teilweise sehr komplexen Problemen helfe oder lieber vielenMenschen, die eigentlich alle die Grundlagen nicht im Griff haben. Denn die allermeisten Menschen müssten nur ein paar Basics verstehen und umsetzen und 80% der Probleme sind weg – die Kilos bewegen sich in die richtige Richtung. Und “80% richtig” reicht in den meisten Fällen! Es gibt eine kleine Zahl von Spezialfällen, die eine gezielte Einzelberatung von einem gut ausgebildeten Arzt oder Therapeuten brauchen. Ich habe mich aber dazu entschieden, “vielen” zu helfen und nicht “wenigen”. Und nachdem ich gut vor der Kamera reden kann und es mir leicht fällt, komplexe Zusammenhänge einfach zu erklären, haben sich unsere online Kurse irgendwie ganz natürlich ergeben. Und die vielen Menschen, die mitmachen und damit schon ein neues Körpergefühl und Wohlfühlgewicht erreicht haben, bestätigen mich darin.

Aber warum “nachhaltig abnehmen”?
Nachhaltigkeit hat in diesem Zusammenhang mehrere Bedeutungen:

  1. Wir legen quasi schon in der Überschrift fest, dass wir nicht für schnelle Hauruck-Methoden, die dem Körper schaden können und vor allem langfristig nichts bringen, zu haben sind. Das heißt nicht, dass das Abnehmen bei uns langsam geht – aber es ist abhängig  von der Ausgangssituation des Einzelnen, wie schnell man abnimmt. Manche nehmen in einer Wochen zwei und mehr Kilo ab, für andere ist ein halbes Kilo pro Woche ein schöner Erfolg. Wir arbeiten aber immer mit dem Körper und nicht gegen ihn. Es geht nicht darum, mit möglichst viel Kontrolle und Disziplin gegen die natürlichen Bedürfnisse des Körpers zu arbeiten. Denn Hunger ist ja ein natürliches und wichtiges Signal. Es geht also nicht darum Hunger zu unterdrücken oder zu ignorieren – sondern das richtige zu essen und dann dafür zu sorgen, dass z.B. das natürliche Sättigungsgefühl wieder hergestellt wird. Dann ist es nämlich plötzlich einfach am richtigen Punkt mit dem Essen aufzuhören, dazu muss man sich nicht “zusammenreißen”. Das kann manchmal langsamer gehen als bei radikalen Methoden, aber dafür bleibt das Gewicht dann auch nachhaltig weg. Nur das zählt ja im Endeffekt, denn was nutzen mir 5kg weniger in 2 Wochen, wenn ich in 3 Monaten wieder alles drauf habe und dazu 3 “Bonuskilos” zusätzlich und jetzt mehr wiege als am Anfang?
  1. Der Ansatz muss ins Leben passen. Denn Essen ist untrennbar mit unserer Kultur und unserem Sozialleben verbunden. Nicht umsonst drehen sich viele Feiertage vor allem ums Essen – was wäre ein Geburtstag ohne Kuchen, Weihnachten ohne Kekse oder Ostern ohne Ostereier? Wir sind der Meinung, dass ein Ernährungkonzept daher auch mit Familie und Kindern, an Feiertagen und unterwegs funktionieren muss. Und es muss wirklich schmecken! Denn was nützt es mir, wenn ein Programm nur theoretisch funktioniert, aber in der Praxis muss man doppelt kochen, weil die Kinder das Zeug nicht mitessen oder jeder Feiertag quasi verboten ist und jede Ausnahme ein schlechtes Gewissen macht? Die meisten anderen Ernährungskonzepte ignorieren diese Aspekte komplett. Da tut jeder so, als würde die “gesunde Ernährung” getrennt vom restlichen Leben stattfinden. Plötzlich sollen Fleischstücke grammgenau abgewogen werden, die Portion für jeden, der mitisst, genau abgemessen sein, es stehen Dinge am Speiseplan, die nicht satt machen oder für Kinder im Wachstum einfach keine richtige Mahlzeit sind, oder man muss Mahlzeiten auslassen – aber daneben vielleicht für die Kinder Abendessen kochen und sich dazu setzen. Ich finde das furchtbar! Dazu kommt noch etwas anderes: Studien zeigen, dass, wenn man abnimmt, der Körper “sparen” lernt und das vielleicht nie wieder – oder zumindest für sehr lange Zeit – nicht mehr verlernt. D.h. man sollte nur einen Ernährungsansatz wählen, der dauerhaft überzeugt , so dass man ihn mit Freude und Genuss bis ans Ende des Lebens weitermachen könnte. Aber wer will schon für den Rest seines Lebens auf Nudeln oder das Abendessen verzichten oder irgendwelche immer gleichen Shakes als Mahlzeitenersatz trinken? Was für ein grauenhafter Gedanke!
  1. Die Umwelt ist uns wichtig! Denn: was wir uns in den Mund stecken ist vermutlich die Handlung mit der größten politischen Macht, die ein Mensch heute hat. Ob ich Fleisch für EUR 2,50 aus dem Supermarkt esse und damit die industrielle Massentierhaltung unterstütze oder Fleisch aus artgerechter Haltung, ob ich exotische Nahrungsmittel um den halben Erdball karren lasse, nur damit ich eventuell ein modisches “Superfood” auf meinem Speiseplan habe, oder ob ich regionale Lebensmittel aus unserem Kulturbereich bevorzuge – all dass hat direkten Einfluss darauf, wie unsere Welt in Zukunft aussehen wird und in Wahrheit auch, ob die Menschheit überleben wird. Das Faustformel System ist das erste System, das Abnehmen und Gesundheit mit Umweltaspekten kombiniert. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass es viele Ernährungskonzepte gibt, die sich aufs Abnehmen konzentrieren und andere, die die Umweltaspekte im Fokus haben. Aber es gab keinen Ansatz, der sowohl die “artgerechte Ernährung” des Menschen als auch die Schonung der Umwelt gleichermaßen berücksichtigt. Die Veganer versuchen das teilweise ein bisschen – zumindest ist das der Claim. Leider ist Veganismus aber weder für die Umwelt noch für den menschlichen Körper das Idealste – aber das ist eine andere Diskussion. Das Faustformel System ist für Menschen entworfen, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, die wissen wollen, dass sie langfristig das Richtige tun, um ein langes, gesundes Leben zu leben und die dabei der Umwelt nicht weiter schaden wollen und ihren ökologischen Fußabdruck so weit wie möglich reduzieren möchten, ohne dabei die Ernährung zum Lebensinhalt oder zum Religionsersatz zu machen, wie man das heute bei einigen, radikalen Ansätzen erlebt. Das Faustformel System soll lebbar sein.

Wir wollen ein Wegweiser durch das Ernährungswirrwarr sein und unseren “Fäustlingen” – so nennen sich unsere Kunden manchmal selbst 🙂 – einen entspannten Zugang zum Essen vermitteln. Ja, wir nehmen Ernährung sehr ernst, aber das heißt nicht, dass man mit dem Thema verkrampft umgehen muss oder sich ständig kasteien muss. Auch jemand, der sich gesund ernährt und auf die Umwelt achtet, kann hin und wieder über die Stränge schlagen. Es ist einfach schön zu wissen, dass man für seine Gesundheit und seine Figur das richtige tut, wenn man weiß, was die wesentlichen Dinge in der Ernährung sind und welche Dinge man getrost ignorieren kann und ganz entspannt und mit System ans Essen herangeht. Das ist unser Ziel.
Danke für das Gespräch!

4 Kommentare zu „Was bedeutet “nachhaltig abnehmen”? Interview mit Faustformel-Gründerin Sasha Walleczek“

  1. Brandstetter MArtin

    Hallo Sasha!
    Habe in drei monaten etwa 18 kg abgenommen mit Sport und Ernährungsumstellung.Halte mein Gewicht schon 3 Jahre. Bin 39 Jahre jung.
    KFA13
    Mache Kraftsport im Studio und Cardio.
    Mein problem ist etwas anders ich will wieder Gewicht zunehemen(Muskelmasse).
    Was soll ich tun. Komme mit der richtigen gesunden Ernährung nicht hin.
    (Mind. 4mal wöchtlich Kraftsport)
    Bitte um Deine Hilfe !

    1. Lieber Martin, Mitte März starte ich eine Vortragsserie zum Thema Sporternährung – das wäre dann wahrscheinlich genau richtig für dich. Wenn du dich für den Newsletter anmeldest (oder einfach den Blog abonnieren – oben rechts), dann bekommst du automatisch Bescheid, sobald es losgeht!

  2. Josef Buchauer

    hallo ich hab die seite sorfältig gelesen.
    habe selber ca. 27kg abgenommen ohne irgendeiner diät Zeitfenster ca.1,5 jahre
    halte gewicht ca.1.5 jahre
    hatte nie heishunger oder hunger ist auch jetzt so
    begründung der abnahme artzt hat gesagt jetzt hob i di du bist DM2 typ
    und ich hab gesagt NEIN hatte auch nicht die medikamente genommen
    die ich vom HA bekommen habe
    habe derzeit 97kg bei 179cm grösse
    fühl mich topfit keine müdigkeit oder DM2 typ alle parameter im grünen bereich
    Frage : soll oder kann ich noch verbesserungen machen bin 56 jahre
    lg an die geschäftführerin

    1. Hallo Josef! Gratuliere zu deinem tollen Erfolg!! Verbesserungen an der Ernährung kann man eigentlich immer machen – aber nachdem ich nicht weiß, was du so isst, ist es sehr schwer aus der Entfernung zu beurteilen, ob du es da noch einiges gibt, was man verändern SOLLTE oder ob du eh schon ziemlich gut unterwegs bist und das nur mehr Kleinigkeiten sind, die nur das Tüpfelchen auf dem i sind, aber vielleicht nicht unbedingt notwendig. Dass deine Parameter im grünen Bereich sind, ist ein gutes Zeichen – aber sonst müsste man sich genauer anschauen, was du so isst, um das beurteilen zu können. Liebe Grüße, Sasha

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