Was passiert mit Zucker in unserem Körper?

2017_Blog-Beitrag_Was mache Zucker in unserem Körper

Im letzten Blogartikel habe ich darüber geschrieben, welche Faktoren eine Rolle spielen, wenn man Heißhunger auf Süßes bekommt. Heute geht es um etwas anderes: was passiert denn eigentlich, wenn man Zucker isst? Was macht Zucker in unserem Körper?

1) Zucker liefert Energie.

Unsere Zellen können entweder Zucker oder Fett verbrennen, um daraus Energie zu machen. Und wenn Zucker verfügbar ist, dann nehmen sie zuerst den Zucker. Manche Experten sagen, dass ist deswegen, weil sie Zucker bevorzugen, andere sagen, die Zellen verbrennen deswegen zuerst Zucker und dann erst Fett, weil der Zucker im Körper so gefährlich ist, dass er deswegen so schnell wie möglich entfernt werden muss. Wie auch immer: wenn Zucker da ist, wird der zuerst verbrannt. Unser Gehirn kann übrigens kein Fett direkt verwenden, sondern nimmt Zucker oder sogenannte Ketone, das sind Stoffe, die die Leber aus Fett herstellen kann. Aber bei einer normalen Ernährung bekommt das Gehirn fast immer nur Zucker – das geht so weit, dass dafür extra Eiweiß (also zB Muskeln….) in Zucker umgewandelt werden, damit das Gehirn nicht zu kurz kommt. (Das ist dann das, was passiert, wenn du am Abend z.B. die Kohlenhydrate weglässt. Dann nimmt der Körper Eiweiß und bastelt daraus Zucker fürs Gehirn.).

Aber dann ist doch Zucker etwas ganz Wichtiges! Ist er dann nicht sogar gut für den Körper?

Ja, würde man glauben – aber schauen wir weiter.

2) Die Umwandlung braucht Kofaktoren.

Um Zucker in Energie umzuwandeln verbraucht der Körper verschiedene Vitamine und Mineralien. So braucht er z.B. die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6 und Biotin und die Mineralien Magnesium, Kalium, Mangan, Eisen, Kupfer und Schwefel sowie Coenzym Q10, nur, um aus einem Zuckermolekül ein bisschen Energie zu produzieren.

Aber reiner Zucker, wie er in Keksen, Schokolade, im Würfelzucker oder im Traubenzucker vorkommt, bringt diese Dinge nicht mehr mit. Die wären noch im ganzen Lebensmittel, also im Stück Obst, der Scheibe Brot oder den Vollkornnudeln enthalten gewesen, aber eben nicht mehr im “weißen Pulver”.

Wenn der Körper jetzt daraus Energie machen soll, dann braucht er diese Mikronährstoffe trotzdem – ohne geht es nicht. Also entweder entzieht er das anderen Prozessen – oder diese Umwandlung funktioniert eben nicht so gut.
Den Zucker kann der Körper aber auch nicht speichern (wir haben nur einen sehr kleinen Speicher, der schnell voll ist ). In Energie können wir ihn nicht umwandeln und die Speicher sind voll – also wohin damit?

Die Lösung: in Fett umwandeln und um die Taille packen!

3) Wenn es zu schnell geht, macht das Probleme. Pur ist nicht gut.

Obwohl der Zucker in einem Würfelzucker und der Zucker in einem Apfel theoretisch genau das Gleiche wären, geht der Körper völlig anders damit um. Denn der Zucker im Würfelzucker kommt “ungebremst” in den Körper und lässt den Blutzucker schneller ansteigen – und das lässt den Körper noch schneller und noch mehr Insulin ausschütten. Aber genau das macht Probleme. Denn wenn immer sehr viel Insulin ausgeschüttet wird, wird der Körper nach und nach “insulinresistent” – und das kann dazu führen, dass die Muskelzellen bald fast gar keinen Zucker mehr aufnehmen und aus dem Zucker vermehrt

Fett gebildet wird – und das wird besonders gerne um die Taille und in der Leber gespeichert.

Es scheint so zu sein, als wäre “pur” einfach nicht so gut für den Körper. Ganz vereinfacht (und zugegebenermaßen ein bisschen übertrieben…) ausgedrückt: es ist eben ein Unterschied, ob ich ein Stück Mohnkuchen esse oder mir das Opium pur reinziehe …

4) Wenn der Zucker zu viel wird, “verklebt” er alles.

Wenn der Blutzuckerspiegel regelmäßig zu hoch ansteigt, zB, weil die Zellen eben nicht mehr richtig aufs Insulin reagieren, weil man Unmengen an Zucker isst, etc, dann entstehen im Körper sogenannte “Advanced Glycation Endproducts”, die AGEs.

In meinem ersten Buch vor 10 Jahren habe ich auch schon darüber geschrieben, das Konzept ist also nicht neu. Grob gesagt kann man sich das so vorstellen, dass der viele Zucker mit den Zelloberflächen reagiert und dort alles “verklebt”. Das lässt uns wesentlich schneller altern und hat außerdem die Konsequenz, dass die Zellen nicht mehr so gut reagieren – weder auf Insulin noch auf andere Hormone. Viele AGEs zu produzieren ist also keine gute Idee.

Fazit:

Auch wenn unser Körper mit Zucker eingebunden in naturbelassene Nahrungsmittel scheinbar sehr gut umgehen kann und er uns Energie liefert, macht er Probleme, sobald wir zu viel davon essen oder ihn vor allem in der sehr “puren”, konzentrierten Form essen. Hin und wieder eine Süßigkeit ist sicher kein Problem – das Problem ist die Menge. Im Faustformel System machen wir das so: wir finden zuerst einmal die körperlichen Auslöser für Gier auf Süßes und stellen sie ab (zB mit dem Programm Faustformel Zuckerfrei – in 7 Tagen weg von der Lust auf Süßes), dann reduzieren wir den versteckten Zucker, den wir so ganz “nebenbei” zu uns nehmen, in unseren normalen Mahlzeiten – und damit können wir dann hin und wieder die Süßigkeiten, die wir besonders lieben, ganz ohne schlechtes Gewissen und ohne, dass es sich auf der Waage bemerkbar macht, in vollen Zügen genießen!

Ich bin gerade dabei, eine Video-Serie zusammen  zu stellen, in der ich die verschiedenen Zusammenhänge erkläre und auch, wie man von der ewigen Lust auf Süßes wieder wegkommt. Wenn dich das Thema interessiert, solltest du dich unbedingt anmelden:
>> Kostenlose Videoserie “Wie löst man das Zuckerproblem?”

Wenn du endlich deine ständige Lust auf Süßes in den Griff bekommen möchtest, dann könnte unser 7-Tage-Kurs “Faustformel Zuckerfrei – in 7 Tagen weg von der Lust auf Zucker” etwas für dich sein – das funktioniert wirklich und man muss dabei nicht hungern!
>> Mehr Information zu Faustformel Zuckerfrei

Quellen:
Petersen et al, The role of skeletal muscle insulin resistance in the pathogenesis of the metabolic syndrome, Proc Natl Acad Sci U S A. 2007 Jul 31;104(31):12587-94. Epub 2007 Jul 18.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.