Wie viele Weihnachtskekse bzw Weihnachtsplätzchen darf man pro Tag essen?

Wie viele Weihnachtskekse bzw. Weihnachtsplätzchen darf man pro Tag essen?

Sie sind wieder da! Überall. Von jeder Rezeption, auf jedem Besprechungstisch und bei jedem Kaffee lachen sie uns an. Die Weihnachtskekse. Aber wie oft darf man der Versuchung wirklich nachgeben, wenn man in der Weihnachtszeit zumindest nicht weiter zunehmen will? (Ans Abnehmen denkt man in dieser Zeit eh kaum….)

Beim Faustformel System geht es uns um einen entspannten Zugang zum Essen. Bei uns landen viele Menschen, die schon einige Diäten ohne großen Erfolg hinter sich gebracht haben und die jetzt vor allem eines wollen: ein System, das funktioniert, bei dem sich aber nicht alles ständig ums Essen dreht und bei dem man auch mal ohne schlechtes Gewissen genießen kann. Und dazu gehören eben auch Feiertage und schöne Traditionen, wie Weihnachtskekse (in Österreich sind das übrigens Weihnachtskekse, in Deutschland heißt das Weihnachtsplätzchen). Aber heißt das dann, dass man in der Weihnachtszeit bedenkenlos Weihnachtsplätzchen essen kann – oder wie viele wären erlaubt, damit man dabei nicht zunimmt?

Eine der beliebtesten google Suchen zum Thema Weihnachtskekse ist neben der Suche nach Rezepten die Suche “Wie viele Kalorien haben Weihnachtsplätzchen?”. Aber seien wir mal ehrlich: Kekse enthalten meistens Butter, Mehl und damit ein Keks gut schmeckt, muss es süß sein – das hilft alles nicht wirklich beim Abnehmen (und ja, in Österreich heißt es DAS Keks, in Deutschland DER Keks. In Österreich haben wir auch EIN Cola und nicht EINE Cola….und wir trinken “Gespritzte” und keine “Schorlen”). Wie man Weihnachtskekse am besten süßt, habe ich in diesem Artikel besprochen. Und wenn etwas süß schmeckt und damit auch einiges an Zucker enthält, dann ist es ein “Genussmoment” kein alltägliches Lebensmittel, das man jeden Tag oder in endlosen Mengen essen sollte. Also: wie viel ist dann zu viel?

Dazu habe ich zwei Regeln:

1. “Viel auf einmal” ist besser als “jeden Tag ein bisschen”.

Dazu habe ich ein schönes Beispiel: Ich habe mal mit einer ganzen Familie gearbeitet, die über mehrere Monate sehr viel abgenommen hat. Der Vater ca. 35 kg, die Mutter ca. 30 kg und der übergewichtige Sohn ca. 15 kg. In dieser Zeit gab es in diesem Haushalt deswegen praktisch nie irgendwelche Süßigkeiten und vor allem standen sie nicht tellerweise herum. Und dann kam Weihnachten. Und Nachbarn haben einen riesigen Teller mit vielen Sorten der herrlichsten Kekse vorbei gebracht. Und weil man Feiertage ohne schlechtes Gewissen genießen soll, sind alle drei über den Teller voller Genuss hergefallen – und haben ihn komplett aufgegessen! Den ganzen Berg Kekse! Die große Überraschung für sie: am nächsten Tag wog keiner der drei auch nur um ein Gramm mehr. Aber selbst wenn die Waage an diesem Tag ein bisschen nach oben geht – wenn man in den nächsten Tagen wieder eine “Ausnahmenpause” einlegt, dann normalisiert sich das ganz schnell.

Aber was wäre gewesen, wenn sie sich den Teller brav aufgeteilt und über die nächsten ein bis zwei Wochen jeden Tag am Nachmittag drei Kekse gegessen hätten? Dann wäre ihr Blutzucker jeden Tag ein bisschen zu hoch angestiegen und sie hätten vermehrt Insulin ausgeschüttet, was die Fettverbrennung jeden Tag gestoppt hätte und den überschüssigen Zucker der Kekse jeden Tag in ein bisschen (mehr) Fett umgewandelt hätte – besonders gerne um die Taille herum. Die gleiche Menge Kekse (oder Schokolade oder Popcorn oder….) AUF EINMAL gegessen, richtet – meiner Meinung und Erfahrung nach – viel weniger “Schaden” an als “jeden Tag nur 3 Kekse”.

Also: lieber hin und wieder “richtig”, aber dann wieder Pause machen (und wenn man sich so richtig an Keksen “satt” essen durfte, dann fällt die Pause meistens gleich viel leichter).

Im Faustformel Club haben wir deswegen für die Weihnachtszeit einen Adventskalender der besonderen Art: da kann man sich eintragen, wann man seine “Genussmomente” plant oder schon vorgenommen hat – damit man auch die “Pausen” viel bewusster einsetzt und einen Überblick darüber behält. (Außerdem gibt es ein kleines Modul mit Videos zu Strategien für “Feiertage ohne extra Speck”, damit du im Frühjahr nicht für Weihnachten büßen musst….Noch nicht im Club? Hier kannst du für EUR 1 für einen Monat hineinschnuppern)

Aber es gibt noch eine zweite Regel:

2. Ein winziger Bissen “nur für den Geschmack” ist meistens okay.

Kürzliche habe ich mit einer Mutter gesprochen, die mir erzählt hat, dass sich ihr Sohn nach dem Mittagessen aus der Süßigkeitenlade etwas als Nachspeise aussuchen darf. Jeden Tag. Das empfehle ich ganz und gar nicht (denn es ist sehr schwierig, von dieser “Nachspeisenkultur” wieder wegzukommen, wenn man sie einmal gewohnt ist)! Aber dann hat sie mir das Wichtigste erzählt: er darf sich EIN Gummibärli nehmen – oder eine Süßigkeit von der Größe eines einzigen Gummibärchens. Nicht mehr.

Und das ist dann keine “Nachspeise”, sondern dient nur dem Geschmackserlebnis. Und das finde ich okay.
In Frankreich hat das Mittagessen traditionell vier Gänge: Vorspeise, Hauptspeise, Käsegang und Nachspeise. Und zwar nicht nur für Erwachsene, sondern damit fangen sie schon im Kindergarten und sogar in der Kinderkrippe (ab 10 Monaten!!) an! Die Franzosen wissen, wie unglaublich befriedigend und sättigend es ist, wenn man bei einer Mahlzeit verschiedene Geschmackserlebnisse hat.

Ich kenne viele, die nach dem Mittagessen Lust auf etwas Süßes haben. Dabei muss man aber immer darauf achten, ob es nur um den Geschmack geht, oder ob der Körper einfach an größere Mengen Kohlenhydrate gewohnt ist und danach verlangt (das ist dann nicht so ideal und eine längere Geschichte…..). Wenn es nur um den Geschmack geht, dann geht es um eine winzige Kleinigkeit. Als Größenvergleich: oft wird zu einer Tasse Kaffee ein kleines Stück Schokolade oder ein kleines Keks serviert – diese Größe meine ich. Und so lange es bei dieser Größe bleibt, bin ich der Meinung, dass das kein Problem ist. Wichtige Einschränkung: einmal am Tag, zum Beispiel direkt nach dem Mittagessen oder zum Kaffee am Nachmittag. Nicht zu jeder Tasse Kaffee und nach jeder Mahlzeit…..

Ganz wichtig: das geht nur dann, wenn du nach dieser winzigen Kleinigkeit auch wieder aufhören kannst! Da sind Menschen verschieden und du musst einfach herausfinden, was für dich persönlich funktioniert. Die einen brauchen nur diesen einen Bissen und sind dann total happy, weil sie einfach das Geschmackserlebnis “gebraucht” haben. Bei den anderen öffnet dieser eine Bisschen die Schleusen und sie können nie wieder aufhören, bis alle Kekse in Reichweite vernichtet worden sind. Wenn du der erste Typ bist, dann genieße dein Keks oder dein kleines Stück Schokolade in vollen Zügen. Wenn du eher der zweite Typ bist, dann wird das “kleine Keks jeden Tag” für dich nicht funktionieren – dann heb dir deine Ausnahmen lieber für einen echten Genussmoment auf und genieße dann richtig und ohne schlechtes Gewissen.

Also: wie viele Weihnachtskekse darf man pro Tag essen?

Meine Regel: Viele auf einmal – aber selten! Oder jeden Tag ein sehr kleines Keks – maximal 1 x pro Tag.
Zu welchem Typ gehörst du? Schaffst du es, nach nur einem Keks wieder aufzuhören oder werden dann alle “vernichtet”? Was hast du vor, wie du diese Weihnachtszeit ohne “extra Speck” überstehen wirst?

Wenn du mehr Hilfe und Unterstützung für Feiertage “ohne extra Speck” brauchst, dann schau doch bei uns im Faustformel Club vorbei – da haben wir ein ganzes Modul zu diesem Thema. Noch kein Club-Mitglied? Hier kannst du für 1 EUR einen ganzen Monat hineinschnuppern.

Ein paar Tipps aus dem Weihnachtsmodul haben wir auch in diesem kostenlosen E-Book zusammengefasst – du kannst es kostenlos herunterladen.

4 Kommentare zu „Wie viele Weihnachtskekse bzw Weihnachtsplätzchen darf man pro Tag essen?“

  1. Brigitte Scheday

    Ja bin auch der Mensch der ab u an etwas kleines süßes braucht…hm I meine da so wie ein twixx od so…u manches mal ein Stück Obst nach dem essen…

    1. Ein Twix oder auch ein ganzes Stück Obst nach dem Essen fällt aber aus der „kleines Stück nur für den Geschmack“-Regel schon wieder raus. Das enthält da zu viel Zucker und dann wäre die Mahlzeit z.B. nicht mehr nach der Faustformel (wenn du eine normal-große Stärkefaust bei deiner Hauptmahlzeit gegessen hast). Aber hin und wieder darf man bei uns alles – aber für jeden Tag wäre mir das ein bissl viel Zucker.

  2. Claudia Strauss

    So ist es richtig, zumindest für mich: lieber einmal in der Woche den Genussmoment, oder mal alle Plätzchen auf einmal aufessen, als täglich eins. Ich finde nämlich, dass man sich dann wieder eine schlechte Essgewohnteit zulegt, indem man täglich Süses zu sich nimmt, und damit wieder in der Zuckerfalle steckt.

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