Warum nach 40 das Abnehmen schwieriger wird (und was man dagegen tun kann)

Warum nach 40 das Abnehmen schwieriger wird (und was man dagegen tun kann)

Wenn die Lieblingsjeans ab 40 plötzlich spannt, obwohl du „eigentlich gar nichts anders machst“, liegt das nicht an mangelnder Disziplin oder Willensschwäche.

Dein Stoffwechsel und dein Hormonsystem ändern in dieser Lebensphase schlichtweg die Spielregeln.

Was früher wunderbar funktioniert hat, greift jetzt nicht mehr. Das liegt aber nicht (nur) daran, dass jetzt einfach andere Regeln gelten, sondern vor allem daran, dass das, was du vorher gemacht hast, auch nicht ideal war – aber ab 40 zeigt es dir dein Körper einfach viel deutlicher.

Was passiert hier genau? Und wie kannst du deinen Körper ab der Perimenopause clever unterstützen, damit Abnehmen auch jetzt noch klappt?

1. Hormone ab 40 – Willkommen in der zweiten Pubertät!

Spätestens ab 40 beginnt unser weiblicher Hormonhaushalt, sich deutlich zu verändern. Und ähnlich wie damals in der Pubertät kann diese hormonelle Umstellung unseren Körper ganz schön durcheinanderwirbeln. Plötzlich reagiert er anders als früher – obwohl wir eigentlich gar nichts verändert haben.

Diese Veränderung beginnt oft 7-10 Jahre vor der eigentlichen Menopause, häufig zu einem Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nicht damit rechnen. In der sogenannten Perimenopause schwanken unsere Sexualhormone stärker und sinken dann nach und nach fast auf Null.
Und genau hier wird es spannend: Denn unsere Hormone haben längst nicht nur mit Fruchtbarkeit und Menstruationszyklus zu tun. Östrogen wirkt an zahlreichen Stellen im gesamten Körper und beeinflusst unter anderem unseren Stoffwechsel, die Insulinsensitivität und sogar die Fettverteilung.

Und das erklärt auch, warum viele Frauen ab 40 das Gefühl bekommen:

„Ich mache doch nichts anders als früher – warum nehme ich plötzlich trotzdem zu?“

 

 2. Die Insulin-Falle: Warum Kohlenhydrate plötzlich anders wirken

Bis zur Perimenopause ist Östrogen unser heimlicher metabolische Bodyguard: Es sorgt unter anderem dafür, dass unsere Zellen besser auf das Hormon Insulin reagieren und den Blutzucker aus unserer Nahrung optimal verarbeiten.

Mit der Perimenopause (oft schon Mitte 30 bis Anfang 40) beginnt sich dieser Schutzschild langsam zu verändern. Die Östrogenspiegel können zunächst stark schwanken und sinken im weiteren Verlauf insgesamt ab. . Die Folge? Unsere Zellen können weniger empfindlich auf Insulin reagieren. Und der Körper muss mehr Insulin ausschütten, um den Blutzucker zu regulieren. Und genau jetzt können sich Ernährungsgewohnheiten, die unser Körper früher noch vergleichsweise gut kompensiert hat, deutlicher bemerkbar machen. Und das erhöht sogar die Wahrscheinlichkeit einer Insulinresistenz, bei der die Glukoseaufnahme in den Zellen massiv gestört ist. Wir speichern Nahrung dann eher als Fett, haben aber gleichzeitig weniger Energie und lagern dieses Fett vor allem um die Körpermitte ab – wo es auch noch zu schleichender Entzündung beiträgt.

Warum betrifft das heute so viele Frauen?

Weil unsere moderne, kohlenhydrat- und zuckerreiche Ernährung nun auf einen Körper trifft, der diese Zuckerflut hormonell bedingt nicht mehr so leicht verarbeiten kann.

Das bedeutet nicht, dass die hormonelle Umstellung zwangsläufig zu Insulinresistenz oder mehr Bauchfett führt. Aber sie kann die Voraussetzungen dafür verändern – vor allem, wenn die Ernährung nicht optimal ist.

Oder ganz einfach gesagt:

Was unser Körper mit 25 noch leichter weggesteckt hat, kann sich mit 45 plötzlich deutlicher bemerkbar machen.

3. Die Stress-Quittung: Cortisol und das hartnäckige Bauchfett

Wir Frauen ab 40 jonglieren oft ziemlich viel gleichzeitig: Job, vielleicht pubertierende Kinder oder alternde Eltern – und dann kommt noch das interne hormonelle Chaos dazu. Das bedeutet für unseren Körper: Stress pur! Leider verzeiht er uns diesen chronischen Stress jetzt aber nicht mehr so leicht wie mit Mitte 20.
Denn auch hier gilt: Östrogen hat uns bisher vor den Auswirkungen beschützt. Ab jetzt müssen wir wirklich auf die Dinge achten, die uns schaden.

Dazu kommt noch, dass viele Frauen durch die Hormonumstellung schlechter schlafen – und schlechter Schlaf erhöht Stress (und nebenbei die Insulinresistenz… juhu!…) .

Und was hat das alles mit Bauchfett zu tun?

Hier kommt das Cortisol ins Spiel – eines unserer wichtigsten Stresshormone.

Cortisol ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Wir brauchen es sogar dringend. Problematisch kann es jedoch werden, wenn unser Stresssystem dauerhaft auf Hochtouren läuft und die Cortisol-Regulation aus dem Gleichgewicht gerät. Und jetzt kommt der wissenschaftliche Clou, warum sich das plötzlich am Bauch bemerkbar macht: Das tiefe Bauchfett (viszerales Fett) besitzt signifikant mehr Rezeptoren für Cortisol (sogenannte Glukokortikoid-Rezeptoren) als das Fett an Hüften oder Oberschenkeln.
Das ist der Grund, warum wir vermehrt am Bauch zunehmen. Wäre das nicht schon unangenehm genug, kann es auch noch eine mögliche schleichende Entzündung und eine Insulinresistenz begünstigen.

Aber Cortisol kann uns auch noch an einer anderen Stelle einen Strich durch die Rechnung machen:

Stress verändert auch unser Essverhalten.

Cortisol feuert den Heißhunger auf Süßes an und manipuliert unsere natürliche Sättigung – was den oben genannten Teufelskreis der Insulin-Ausschüttung weiter anheizt.

Das Ergebnis kommt wahrscheinlich vielen bekannt vor:

Je gestresster und müder wir sind, desto schwerer fällt es uns, ausgerechnet bei Schokolade, Keksen & Co. „Nein, danke“ zu sagen.

4. Sarkopenie: Der schleichende Verlust des Verbrennungsmotors

Bereits ab dem 30. Lebensjahr verliert der weibliche Körper ohne gezieltes Gegensteuern pro Jahrzehnt etwa 3 bis 8 % seiner Muskelmasse. Unser Muskelgewebe ist aber gleichzeitig unser wichtigster Verbrennungsmotor. Das bedeutet: Weniger Muskeln können es unserem Körper gleich an mehreren Stellen schwerer machen.

Und jetzt kommt ein klassischer Fehler ins Spiel: ausgerechnet jetzt noch weniger zu essen.

Wer nämlich versucht, die zusätzlichen Kilos mit einer radikalen Diät oder gar purem Hungern loszuwerden, riskiert, neben Fett auch wertvolle Muskelmasse abzubauen. Damit verschärfen wir genau das Problem, das wir eigentlich lösen möchten.

Die gute Nachricht: Wir können aktiv gegensteuern.

Was unser Körper mit 25 vielleicht noch nebenbei kompensiert hat, braucht mit 40, 50 oder 60 etwas mehr Aufmerksamkeit. Muskeln müssen jetzt einen besonders guten Grund bekommen, zu bleiben (u.a. Krafttraining, Eiweiß in der Ernährung).

Es geht also nicht darum, immer weniger zu essen, sondern darum, unsere wertvolle Muskelmasse möglichst gut zu erhalten.

Meine Strategie: So bringst du deinen Stoffwechsel ab 40 wieder in Schwung

Ab 40 geht es vor allem darum, mit deinem veränderten Körper zu arbeiten statt gegen ihn. Quäle dich nicht mit der nächsten Crash-Diät! Das treibt nur den körperlichen Stress und deinen Cortisolspiegel weiter in die Höhe. Lasst uns stattdessen schlau mit dem veränderten Hormon-Haushalt umgehen.

Bereich Was ab 40 im Körper passiert Die effektive Lösung
Ernährung (Insulin im Griff) Durch die zunehmende Insulinresistenz in der Perimenopause werden schnelle Kohlenhydrate rasch als Bauchfett gespeichert. Setze auf echte Sattmacher: Vermeide Zucker (genieße ihn nur in Ausnahme-Momenten). Der optimale Fokus liegt auf ausreichend Eiweiß, viel Gemüse und Ballaststoffen, hochwertigen Fetten und einer vernünftigen Portion Kohlenhydrate.  Das hält den Blutzuckerspiegel flach, senkt das Insulin und öffnet die Türen zur Fettverbrennung wieder. Am einfachsten geht das mit der Faustformel
Bewegung (Muskeln als Motor) Reine Ausdauereinheiten verbrennen zwar kurzfristig Kalorien, können aber bei Übertreibung Stresshormone erhöhen und bauen keine Muskeln auf. Krafttraining ist nicht verhandelbar: Muskeln machen unsere Zellen wieder sensibler für Insulin und heben den Grundumsatz an. 2-3 mal pro Woche moderates Widerstandstraining (auch mit eigenem Körpergewicht) bewirkt Wunder.
Regeneration (Cortisol senken) Chronischer Stress und Schlafmangel füllen über die speziellen Rezeptoren gnadenlos die Fettdepots am Bauch. Schlaf ist deine wichtigste Diät: Setze auf strikte Schlaf-Routinen und meide extreme Kaloriendefizite!
Denn andauernder Hunger bedeutet für dein Nervensystem absolute Lebensgefahr, die Folge: noch mehr Cortisol.

Die Wahrheit ist: Du brauchst ab 40 keine völlig neue Gebrauchsanweisung

Unser Körper hat uns früher nur vieles leichter verziehen. Schlaf und Regeneration sind kein Luxus, sondern gehören genauso zu deiner Strategie wie Ernährung und Bewegung.

Beim Sport sollte der Fokus nicht nur auf „Fettverbrennung“ und möglichst vielen verbrannten Kalorien liegen, sondern vor allem darauf, deine wertvolle Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen.

Und beim Essen geht es nicht darum, Kohlenhydrate möglichst radikal zu streichen oder permanent hungrig zu sein. Vielmehr muss jetzt der Fokus darauf liegen, den Körper zuverlässig mit Eiweiß, Gemüse, Ballaststoffen, guten Fetten und den notwendigen Nährstoffen zu versorgen – und gleichzeitig Heißhunger zu reduzieren und deine natürliche Sättigung wieder besser arbeiten zu lassen.

Dann wird dein Körper auch wieder bereit sein, das überschüssige Gewicht loszulassen.

Genau hier setzt mein “Faustformel 3 S Kurs” an

Denn statt einfach nur weniger zu essen, arbeiten wir darin Schritt für Schritt an den Mechanismen, die dein Essverhalten und dein Gewicht beeinflussen.

In Schritt 1 kümmern wir uns um deinen Heißhunger. Du lernst, deine Mahlzeiten so zusammenzustellen und über den Tag zu verteilen, dass der typische Heißhunger auf Süßes gar nicht erst entsteht.

In Schritt 2 geht es um deine Sättigung. Mit einfachen Strategien wirst du wieder spüren, wann dein Körper wirklich genug hat – gleichzeitig bekommt er aber auch die Nährstoffe, die er braucht, eine eventuelle Insulinresistenz wird verbessert. (Denn auch die falsche Ernährung trägt zu deiner Stressbelastung bei!).

Und in Schritt 3 machen wir daraus dein “neues Normal”: eine Ernährung, die in dein echtes Leben und deinen Alltag passt und die du nicht nur für drei Wochen, sondern langfristig umsetzen kannst.

👉 Hier erfährst du mehr über Faustformel 3 S .

Du möchtest noch tiefer in das Thema Wechseljahre einsteigen?

Wenn du genauer wissen möchtest,

  • wie du in der Perimenopause richtig trainierst
  • deinen Schlaf verbessern und Stress reduzieren kannst
  • und welche Nahrungsergänzungsmittel in dieser Lebensphase sinnvoll sein können.

Dann ist vielleicht mein Impulsworkshop zum Thema Wechseljahre die ideale Ergänzung.

Den Workshop habe ich gemeinsam mit Sportexpertin Mag. Beatrice Drach-Schauer gehalten. Wir schauen uns darin genau die Stellschrauben an, die in dieser Lebensphase besonders wichtig werden.

👉 Hier findest du alle Informationen zum Impulsworkshop Wechseljahre.

 

Quellen:

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