Sei lieb zu dir – dann ist es auch die Waage. Der wichtigste Faktor beim Abnehmen, den alle übersehen.

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Keine Schokolade, keinen Alkohol, weniger Fleisch, weniger Fett, weniger Kalorien, weniger dies, weniger das …

Permanent nehmen sich Frauen vor auf eine dieser Arten ihre Ernährung zu verändern. Das Ziel dahinter ist meist eine „Verbesserung“ der Ernährung, die dann dazu führen soll, dass sie abnehmen und endlich wieder wohl in ihrem Körper fühlen.

Das Ziel ist toll und total verständlich. Aber: die Ernährung verbessern, indem man sich alle möglichen Dinge verbietet? Kann das gut gehen?

Meine Erfahrung aus der jahrelangen Arbeit im Faustformel Team und der 1:1 Unterstützung meiner Klientinnen, hat mir gezeigt, dass das zwar oft für einen begrenzten Zeitraum funktioniert – zum Beispiel in der Fastenzeit – aber meistens nicht, um wirklich langfristig Gewohnheiten zu verändern.

Warum ist das so?

Der sehr bekannte Hypnotherapeut Milton Erickson hat einmal gesagt:

“Energy flows, where the attention goes!”

Also auf Deutsch: Deine Energie fließt dorthin, wo deine Aufmerksamkeit ist.

Was bedeutet das genau?

Wenn du dir vornimmst, etwas NICHT zu tun, dann musst du, um das zu schaffen ja ständig daran denken, es eben nicht zu tun. Du lenkst also deine Aufmerksamkeit permanent auf die Dinge, die du nicht tun möchtest. Dadurch, dass du aber ständig daran denkst, geht auch deine Energie und somit deine Gedanken dorthin. Und das führt dazu, dass das Verlangen danach verstärkt wird. Dadurch wiederum versuchst du dann natürlich noch mehr Aufmerksamkeit darauf zu verwenden, dass du es nicht tun sollst – du schickst also noch mehr Energie dahin. Ein klassischer Teufelskreis …

Das ist genauso wie das bekannte Problem von „Denk nicht an einen rosa Elefanten“. Was erscheint bei dieser Aufforderung sofort vor deinem inneren Auge? Genau – ein rosa Elefant.

Wenn es nur um einen rosa Elefanten geht, ist das ja kein großes Problem – denn das beeinträchtigt dein Leben vermutlich nicht großartig (außer du hast eine Abneigung gegen rosa Elefanten (oder gegen rosa oder gegen Elefanten – falls eines dieser Dinge ein Problem für dich ist, sollten wir vielleicht mal drüber reden 😉 ).

Im Gegensatz zum Elefanten ist das Problem beim Essen aber leider ziemlich groß, weil die meisten Frauen, die oft schon jahrelang mit ihrem Gewicht kämpfen, ziemlich belastet und verzweifelt sind. Das ist ja auch total verständlich. Und wenn es darum geht auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, dann geht es meist um etwas, das wir eigentlich gern mögen, das uns Vergnügen bereitet und gute Gefühle macht (sonst müssten wir uns ja nicht aktiv vornehmen, dass wir darauf verzichten wollen).

Also was passiert jedes Mal, wenn wir daran denken, die besagte Sache jetzt gerade nicht zu essen? Richtig: wir werden daran erinnert, dass wir das jetzt gerade nicht haben dürfen. Und was macht das? Ich würde darauf wetten, dass es unangenehme Gefühle macht und du dir nicht denkst „Juhuu, was für ein Glück…. ich darf ja jetzt keine Schokolade essen.“ (falls du doch zu denjenigen gehörst, dann lass es mich bitte dringend wissen, das müssen wir feiern! :D).

Was du jetzt also brauchst, ist Willenskraft, um das Verlangen UND die negativen Emotionen, die durch den Verzicht entstehen, zu unterdrücken. Das funktioniert auch– allerdings meist nur für einen begrenzten Zeitraum. Für manche ein paar Stunden, für andere ein paar Tage, für einige sogar für mehrere Wochen (das hängt auch davon ab, wie sehr du durch andere aktuelle oder „alte“ Dinge belastet bist. In jedem Fall sind diejenigen, die es nicht so lange aushalten eigentlich die privilegierteren, weil sie in der in der Steinzeit länger überlebt hätten… dazu aber vielleicht demnächst mal mehr).

In den allermeisten Fällen funktioniert es aber eben nur begrenzt, weil unsere Willenskraft wie eine Art Muskel ist, der mit der Zeit ermüdet. Gerade im heurigen Jahr, in dem wir alle ohnehin extrem belastet sind, würde ich vermuten, dass unsere Willenskraft noch begrenzter ist als sonst.

Wenn also Verzicht nicht der richtige Wege ist – wie geht es dann?

Meiner Erfahrung nach ist es wichtig sich nicht nur darauf zu konzentrieren, was wir nicht mehr machen wollen, sondern mal ganz gezielt die andere Richtung einschlagen. Statt weniger vom Schlechten, könntest du ganz gezielt mehr vom Guten machen. Anstatt dich durch den Verzicht zu „quälen“, könntest du dich mal eine Zeit lang (oder gerne auch für immer) ganz besonders liebevoll um dich selbst kümmern. Das macht nämlich zum Einen viel mehr Spaß und hat zum Anderen den positiven Effekt, dass dadurch die schlechten Angewohnheiten automatisch weniger werden. Daher ist das meiner Meinung nach ein extrem unterschätzter Faktor beim Abnehmen.

Wie könnte das also aussehen?

Ich hab zwei Ansatzpunkte für dich – du kannst dich für einen entscheiden oder sie kombinieren:

Ansatzpunkt 1: Mehr Gerichte, die du liebst

Was sind denn Gerichte, Mahlzeiten oder auch Snacks, die für deinen Körper UND deine Seele gut sind? Also wo du einerseits weißt, dass sie gesund sind, dir gut tun und dir Energie geben und wo du andererseits auch so richtig das Gefühl hast, dass du damit auch deiner Seele etwas Gutes tust, weil es einfach unglaublich gut schmeckt und du es total genießen kannst? Von diesen Dingen könntest du mehr in deinen Speiseplan einbauen.

Dadurch, dass du gesunde Dinge isst, die dich aber trotzdem voll und ganz glücklich und zufrieden machen, wirst du weniger das Verlangen nach ungesunden Dingen haben. Gleichzeitig hast du auch weniger Gelegenheit, die Dinge zu essen, auf die du gerne verzichten möchtest.

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Ansatzpunkt 2: Sei lieb zu dir

Nachdem Essen ein so unglaublich einfacher und befriedigender Weg ist, sich etwas Gutes zu tun und sich um sich selbst zu kümmern, denken wir oft gar nicht mehr an die vielen anderen Möglichkeiten, die es gibt, lieb zu uns zu sein und die Bedürfnisse zu befriedigen, die oft eigentlich hinter unserem Essverhalten stecken.

Ich habe mal ein paar Ideen für dich zusammengefasst – tatsächlich gibt es aber unendlich viele Möglichkeiten. Such dir einfach die aus, die dich ansprechen oder lass dich davon inspirieren und finde die Ideen, die für dich individuell passen.

1) Dinge, die du gerne machst und nun vermehrt und bewusster tust:

  • Auf der Couch in eine flauschige Decke eingekuschelt ein gutes Buch lesen, einen herrlichen Tee dazu trinken und spüren, wie sich das warme Gefühl des Tees ganz tief in dir ausbreitet.
  • Schenke dir selbst Blumen, stell sie auf deinen Esstisch und freue dich jedes Mal darüber oder rieche an ihnen, wenn du sie siehst.
  • Kreativ sein: malen, zeichnen, stricken, häkeln, basteln, etwas aus Fimo machen, nähen etc.
  • Singen oder musizieren (völlig egal – ob du gut darin bist oder nicht)
  • Was auch immer sonst dein Hobby ist 🙂

Diese Dinge stillen unter anderem unsere Grundbedürfnisse nach Spiel und Kreativität. Wenn du im Moment sehr wenig davon in deinem Leben hast, wäre es nicht verwunderlich, wenn du deshalb vermehrt zum Essen greifst, um dieses Defizit auszugleichen.

Auch körperliches Wohlbefinden, Erholung und Geborgenheit sind Grundbedürfnisse, die wir nicht vernachlässigen sollten. Diese kannst du durch den folgenden Ideen stillen:

2) Dinge, mit denen du dich besser um deinen Körper kümmerst

  • Mehr Bewegung: zum Beispiel Spaziergänge in der Natur oder ein Dance Workout vor dem Fernseher. Achtung – mach das zu diesem Zweck nur, wenn du das wirklich gerne machst und auch genießt, nicht, wenn du dich dazu zwingen musst.
  • Deinen Körper verwöhnen:
    • Dir in Ruhe Zeit nehmen für ein entspannendes Bad – eventuell bei Kerzenlicht und mit entspannender Musik
    • Dich ganz bewusst und liebevoll eincremen: das hat aus psychologischer Sicht sogar zwei positive Effekte. Einerseits kann es uns an die Zeit erinnern, in der wir von unseren Eltern liebevoll eingecremt und gestreichelt wurden, und somit dieses Ur-Gefühl von Geborgenheit in uns auslösen, das wir uns sonst durch Essen versuchen zu holen. Andererseits reduziert Selbstberührung im Gesicht nachweislich Stress im Gehirn. Wenn du dir also ganz bewusst und gezielt am Abend Zeit dafür nimmst, dich zärtlich abzuschminken und danach einzucremen, dann kann das extrem viel in deinem Körper und deinem Gehirn bewirken.

All diese Dinge können einerseits gute Gefühle (die du dir sonst versuchst durch Süßigkeiten und Co zu holen, fördern und andererseits auch negative Gefühle, die du sonst durch Essen und Süßigkeiten versucht hättest zu unterdrücken, reduzieren. Versuch doch mal einige dieser Ideen für dich umzusetzen. Wenn du so liebevoller mit dir bist, dann wird sich das auch auf der Waage bemerkbar machen.

Ich hab das schon versucht, aber bei mir klappt das nicht!

Wenn du das schon immer wieder mal versucht hast oder wenn du es demnächst versuchst und es irgendwie nicht den gewünschten Erfolg bringt, dann könnte es sein, dass womöglich irgendeine emotionale Blockade dahinter steckt, die man lösen kann.

Auch für mich war das Thema Selbstfürsorge lange Zeit ein bisschen rätselhaft. Ich habe es immer wieder mal probiert, aber ich hatte nie so wirklich das Gefühl, dass mir das hilft meine Ernährung besser im Griff zu haben. Dann habe ich allerdings in meiner Coaching-Ausbildung viel an mir selbst gearbeitet und dabei einiges über meine Emotionen gelernt, geübt sie besser wahrzunehmen und durch verschiedenste Methoden alte emotionale Belastungen gelöst. Und dann hab ich recht schnell gemerkt, dass sich das extrem positiv auf meine Stimmung auswirkt (von der ich dachte, dass sie eh nicht so schlecht ist) und ich meine Bedürfnisse besser wahrnehmen kann. Und plötzlich hatte ich auch mehr das Bedürfnis mich mehr um sich selbst zu kümmern – und zwar viel weniger durch Essen als eben durch andere Dinge. Erst so habe ich verstanden, was es wirklich damit auf sich hat.

Also probier vielleicht mal ein paar der Dinge aus und schau ob du deine Ernährung besser im Griff hast, wenn du dich mehr um dich selbst kümmerst. Für Viele ist das tatsächlich einer der wichtigsten Faktoren, der dann den gewünschten Erfolg in Richtung Wohlfühlgewicht bringt.

Wenn Selbstfürsorge allein bei dir aber noch nicht so richtig klappen will, dann überleg dir vielleicht, ob du Lust auf ein Coaching mit mir hast, dann können wir uns gern gemeinsam ansehen, welche Knoten wir bei dir noch lösen müssen, damit es auch bei dir funktioniert. Hier findest du mehr Information dazu.

Julia Nittmann
Mag. Julia Nittmann ist Ernährungspsychologin und brennt dafür Menschen bei ihren Ernährungsumstellungen so zu unterstützen, dass sie dauerhaft gelingen. Dabei hilft sie vor allem emotionales und suchtartiges Essverhalten in den Griff bekommen und psychische Blockaden aufzulösen, die dem Erfolg oft jahrelang im Weg gestanden haben.

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