7 Tipps für „Abnehmen mit Familie“ – sollst du getrennt kochen oder nicht?

2 Teller - einer mit gesundem Salat, einer mit Schnitzel - auf einem weißen Tisch

Oft fasst nur ein Familienmitglied den Entschluss, sich gesünder zu ernähren – und meist sind es die Frauen, die gleichzeitig die Verpflegung für die gesamte Familie übernehmen. Wenn Partner oder Kinder nicht mitziehen wollen, landen viele im Alltag beim stressigen „Doppelt-Kochen“: einmal „normal“ für die Familie, einmal „gesund“ für sich selbst. Das kostet enorm viel Zeit und lässt sich auf Dauer kaum durchhalten.

Warum Doppelt-Kochen langfristig scheitert

Studien zeigen eindeutig: Eine Ernährungsumstellung bringt nur dann nachhaltige Erfolge, wenn du sie dauerhaft in deinen Alltag integrieren kannst. Dauerhaft getrennt zu kochen erzeugt Stress und drängt dich in eine Außenseiterrolle. Kurze Phasen (1–2 Wochen für gezielte Impulse wie das Stoffwechsel SOS-Programm) sind völlig in Ordnung. Über einen längeren Zeitraum führt das doppelte Kochen jedoch fast immer zum Rückfall in alte Muster. Das Ziel ist daher ein „neues Normal“, das allen schmeckt und gut tut.

7 Praxistipps: So zieht die Familie ohne Meckern mit

1. Schritt für Schritt vorgehen

Radikale Veränderungen verunsichern – und neue Gewohnheiten brauchen Zeit. Starte entspannt und nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Wenn du bisher abends selten gekocht hast, plane zunächst zwei frische, gesunde Abendessen pro Woche ein und steigere das Pensum langsam. Die Ernährung umzustellen bedeutet mehr als nur ein paar neue Rezepte rauszusuchen. Du musst vielleicht häufiger anders einkaufen, Mahlzeiten planen und deine Zeit neu einteilen. Gib dir dafür Zeit. Schritt für Schritt sammelst du kleine Erfolgserlebnisse und die Umstellung ist nachhaltiger. Denn ob man beim Abnehmen erfolgreich ist, hängt eigentlich nur von einer einzigen Sache ab: Bleibst du bei deinen neuen Gewohnheiten oder fällst du wieder in alte Muster zurück?

2. Das Wort „gesund“ vermeiden

Das Wort „gesund“ wird oft unbewusst mit Verzicht oder langweiligem oder sogar schlechtem Geschmack assoziiert. Wenn etwas “gesund” schmeckt, ist es “nicht gut”. Also hat niemand große Lust, “etwas besonders Gesundes” zu probieren. Die Lösung: Kündige neue Rezepte daher gar nicht erst als „besonders gesund“ an. Sag einfach: “Ich wollte mal was Neues probieren.” “Ich hatte Lust drauf.” “Das hat am Foto so gut ausgesehen, da wollte ich das mal kochen.”

3. Keine großen Ankündigungen machen

Große Ankündigungen erzeugen bei Veränderungen oft eher Widerstand als Begeisterung. Du musst deshalb nicht vorher erklären, dass sich ab jetzt alles ändern wird. Koche einfach etwas Neues und antworte bei Nachfragen gelassen: „Ich wollte mal was Neues ausprobieren.“ Kein großes Drama, kein „Ab jetzt wird alles anders”, kein „Das ist viel gesünder”. Gar nicht groß drüber reden. 

Je weniger du die Veränderung zum Thema machst, desto leichter kann sie Teil des normalen Alltags werden.

4. Klassische Gerichte clever ergänzen

Du musst gewohnte Lieblingsgerichte nicht komplett streichen. Ergänze sie einfach nach dem Faustformel-Prinzip:

  • Abendbrot / Jause: Ergänze Brot und eiweißreichen Belag um zwei Faustgrößen Salat oder Gemüsesuppe. (Tipp: Lade dir hier unser kostenloses Faustformel-Poster herunter.)
  • Fleisch/Fisch mit Beilage: Behalte Fleisch/Fisch und Kohlenhydrate bei, aber serviere dazu zwei Faustgrößen Gemüse (z. B. kurz in der Pfanne gebratenen Brokkoli).
  • Für unsere Mitglieder haben wir eine ganzen Themensammlung, wie man Hausmannskost gesünder gestalten kann – hier findest du mehr Information zur Mitgliedschaft.  

So bleibt vieles vertraut – und trotzdem wird die Mahlzeit nach und nach ausgewogener.

5. Gewohnte Geschmäcker mit mehr Gemüse kombinieren

Ihr seid eher der Typ “Nudelberge”? Dann probiere es z.B. mit Eintöpfen, die sowohl Fleisch als auch Nudeln und dabei aber auch viel Gemüse enthalten. Das ist vom Stil her sehr ähnlich, aber wesentlich gesünder. 

Auch in Lieblingsrezepte lässt sich Gemüse oft ganz unkompliziert „reinschmuggeln“. Unsere Bohnen-Bolognese schmeckt hervorragend, liefert wertvolles Eiweiß und wird von der Familie meist problemlos akzeptiert.

6. Wer kocht, bestimmt den Speiseplan

Etabliere eine klare Regel: Wer am Herd steht, entscheidet, was auf den Tisch kommt. Wer meckert, darf am nächsten Tag selbst kochen (und auch aufräumen!). Das schafft Respekt und entlastet dich.

7. Die Familie mitentscheiden lassen

Besprecht den wöchentlichen Speiseplan gemeinsam. Biete eine Auswahl aus Lieblingsgerichten und gesunden Optionen an und legt gemeinsam fest, was wann auf den Tisch kommt. Denn: Wer mitentscheidet, isst später lieber mit.

Das neue Normal gestalten

Echte Veränderung braucht Geduld. Setze dir kleine, erreichbare Ziele und mache gesunde Mahlzeiten schrittweise zur geliebten Gewohnheit. Mit der Faustformel Foodplan App greifst du auf knapp 1.000 familienfreundliche Rezepte zu, die ohne Verzicht beim Abnehmen helfen und allen schmecken. Für eine umfassende Schritt-für-Schritt-Anleitung begleitet dich das Faustformel 3 S Programm (jetzt 30 Tage unverbindlich testen).

Wie handhabst du das Kochen im Alltag? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar mit deinen Erfahrungen!

15 Kommentare zu „7 Tipps für „Abnehmen mit Familie“ – sollst du getrennt kochen oder nicht?“

  1. Liebe Sasha,
    ich habe einen 11jährigen Gemüseverweigerer und bekomme Gemüse nur in ihn hinein, wenn ich es in Soßen verstecke. zB kommt in Spaghetti Bolognese pürierte Zucchini oder Melanzani hinein. Sobald er aber gekochtes Gemüse sieht, lässt er alles stehen und verlangt stattdessen zB Butterbrot oder Cornflakes. Hast du einen Tipp für mich, wie ich damit umgehen soll?

    1. ja, viele 🙂 1) Es gibt kein Butterbrot (und schon gar keine Cornflakes!!) – das ist nämlich keine vollständige Mahlzeit und ersetzt nicht Gemüse. Das kann man mit jedem Kind über 3 besprechen und als Regel festlegen. Man braucht also einen gleichwertigen Ersatz. Damit bringst du ihm bei, was zu Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett gehört und welche Rolle Gemüse hat. 2) Besprich mit ihm, warum es wichtig ist das zu lernen. Denn er will ja auch ordentlich sprechen, lesen und schreiben lernen – und zu wissen, wie man sich richtig ernährt ist da mindestens ebenso wesentlich 3) Bring spielerisch nach und nach mehr Gemüse ins Spiel. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. ZB: jedes Mal, wenn er mindestens einen Bissen von etwas isst, was er nicht mag, bekommt er einen Stern auf eine Karte (Murmel in ein Glas – was immer ihr messen wollt) – und wenn die Karte/Glas voll ist, gibt es ein größeres Geschenk. Oder: man darf ein Veto für maximal 5 Dinge haben, die man nicht essen muss. Alle anderen Dinge muss man zumindest kosten. Da gibt es viele Möglichkeiten – ich hab da ein ganzes Buch dazu geschrieben: https://www.amazon.de/Die-Walleczek-Methode-f%C3%BCr-Ihr-Kind/dp/3800074273/ref=sr_1_1?

  2. Hallo! mein Sohn ist auch sehr dünn und meine Tochter ganz normal, aber beide essen nicht gerne gekochtes Gemüse, aber Salat !!!! jetzt bin ich immer froh wenn mein Sohn etwas Huhn und Reis ist und ganz viel Salat!! aber gekochtes Gemüse mache ich trotzdem und gebe ihnen (sohn, tochter, mann,) immer einen Löffel zum Probieren und ich esse es natürlich genüsslich neben ihnen!
    ich hoffe das hilft!

    1. Das ist doch schon eine tolle Strategie! Was auch noch einen Versuch wert wäre: andere Zubereitungsformen. Also z.B mal im Ofen geröstet, in der Pfanne geschmort oder sogar gebraten, gedämpft und mit Sauce, als Püree etc. Oft muss man es einfach mal „anders“ anbieten.

  3. Hallo! Spezielle Sachen, wo ich weiss, die isst mein Mann sicher nicht, die koche ich 2-3 in der Woche, wo er nicht da ist.Wenn ich Rezepte koche wo Fleisch dabei ist, dann wird er mit verhaftet. Heute gibt’s Rindsroulade aus dem Slowcooker, er meinte beim zubereiten, das hat sicher einen Pferdefuss und als ich das Gemüse dazu gab, meinte er …. aha jetzt weiss ich

  4. Hallo!
    Ich wollte nur mal sagen, da habe ich mit meinen Mann das große Los gezogen.
    Er isst alles, und ist für neue Rezepte immer offen.
    Schönen Tag
    LG Ilse

  5. Nicht drüber reden ist meine Strategie. Und siehe da. Es fällt nicht mal auf. Bei ganz exotischen Sachen kostet mein Mann und wenn es ihm nicht schmeckt kocht er sich was eigenes.

  6. Silvia Holzeis

    Eine Geschichte von früher…
    Neidig sein….
    Wenn ich nur für mich koche, dann dürfen die anderen nur nach viel Betteln kosten,….
    Ich bin dann richtig neidig….nein das ist nichts für euch…
    Ein paar mal gekostet und die anderen fragen, ob ich nicht für sie das auch mitkochen könnte. Man kann sich ja überreden lassen.
    Und schon wieder eine neue Speise eingeführt.

  7. Das macht tatsächlich alles Sinn und klingt realistisch – für Familienmitglieder die zumindest ein klein wenig zugänglich für Veränderungen sind. Mein 5jähriger Sohn, ein absoluter, beinahe untergewichtiger Härtefall, würde wenn es nicht das Gewohnte gibt, sich nachmittags nur mehr von Bananen und Nüssen ernähren. Soll ich ihm das erlauben? Wäre ja nicht extrem ungesund, aber eine dennoch fragwürdige Ernährungsweise.

    1. Von Nüssen und Bananen kann man schon eine Zeitlang überleben 🙂 Essen ist reine Gewohnheit. Das muss man lernen – und vor allem üben, genauso, wie man sprechen lernt. Kinder haben einen sehr unterentwickelten Geschmackssinn und müssen erst lernen, was gut (=sicher, ungiftig) ist. Daher sind sie von Natur aus eher skeptisch (weil das in der Wildnis die Überlebenschancen steigert, wenn man sich nicht jede potentiell giftige Beere oder Pilz in den Mund steckt….), vor allem, wenn sie es nicht von ganz klein auf (schon in der Schwangerschaft…) kennen gelernt haben. Da heißt es Geduld haben, aber nicht aufgeben. Und NICHT extra kochen! Sondern den Druck aus dem Ganzen nehmen (also keinen Stress machen, wenn er mal nichts isst und auch nicht groß emotional reagieren) und irgendwelchen nicht zu attraktiven Alternativen anbieten (Banane und Nüsse sind okay, aber wenn er die liebt und immer essen könnte, ist es nicht ideal), damit man nicht „verhungern“ muss – aber sonst gilt: gegessen wird, was auf den Tisch kommt (und am besten auch nur zu den Mahlzeiten und nicht irgendwann). Das klingt jetzt bissl hart, ist aber nicht so gemeint. Ganz genau erkläre ich das in meinem „Kinderbuch“ (Die Walleczek Methode für Ihr Kind). Alle Strategien darin wurden mit über 100 Testfamilien getestet und da hatten wir echte Härtefälle dabei – und die haben nach wenigen Wochen alles gegessen.

      1. Liebe Sasha!
        Motiviert von deinen überzeugenden Worten gab es heute Mittag für ALLE Spinat (als Beilage).
        Meine Tochter meinte beim zu-Tisch-kommen „Ah, das Baby (1,5 J.) kriegt heute Spinat!“. Worauf ich genüsslich anwortete: “ Jaaaa, und du auch!“ 🙂
        Skepsis verbreitete sich über den Mittagstisch…
        Die Tochter akzeptierte, das Kleinkind schaufelte nichts hinterfragend und dem kritischen 5-Jährigen konnte ich immerhin 2 EL aufschwatzen.
        Fazit: Diesmal bleib ich dran! Die „neuen“ Lebensmittel werden sich langsam in unsere Menüs einschleichen.
        PS. Dein Kinderbuch habe ich natürlich schon längst gelesen und fand es toll. Warum ich vom Weg angekommen bin, weiß ich nicht mehr…

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