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Cardio zum Abnehmen: Warum weniger Training oft mehr Fett verbrennt

Frau beim Joggen auf einem Waldweg.

Kennst du das?

Du quälst dich 40 Minuten oder länger auf dem Laufband, bewegst dich im Schneckentempo und starrst ständig auf deine Pulsuhr. Bloß nicht zu schnell werden – sonst verlässt du ja die berühmte „Fettverbrennungszone“!

Steig runter vom Laufband. Ich sage dir heute etwas, das dich vielleicht überrascht:

Dein Fettverbrennungspuls ist für das Abnehmen völlig irrelevant. Und lange Cardio-Einheiten können beim Abnehmen sogar schaden!

Ja klar, ich finde Bewegung toll und Ausdauertraining ist natürlich gut fürs Herz. Aber die Vorstellung, dass wir nur bei niedrigem Puls und durch langes Cardio Fett verlieren, gehört zu den hartnäckigsten Fitness-Mythen überhaupt.

Gerade für Frauen über 40 kann zu viel Dauer-Cardio sogar das Gegenteil bewirken:
Du trainierst immer mehr – und nimmst immer weniger ab… Oder gar nicht mehr.

Warum das so ist und was dein Bauchfett mit Stresshormonen, Training und deiner Kalorienbilanz zu tun hat, schauen wir uns jetzt an.

Raus aus der Cortisol-Falle: Warum weniger oft mehr ist

Wir glauben oft: Viel hilft viel. Und mehr hilft viel mehr. Doch exzessives Joggen (d.h. mehrmals pro Woche 40 Minuten oder länger) bedeutet für den Körper puren Stress.

Ist das ein Problem? Ja, denn Stress bedeutet erhöhtes Cortisol.

Gerade ab den Wechseljahren reagiert unser Körper empfindlicher auf dieses Hormon. Ein dauerhaft hoher Cortisol-Spiegel flüstert deinem Körper ständig ins Ohr: „Achtung, Notstand! Halte das Fett am Bauch unbedingt fest!“

Die Fakten:

  • Lange Cardio-Einheiten erhöhen Cortisol stärker als kurzes, knackiges Training.
  • Zu viel Ausdauer kann dadurch das Abnehmen sogar bremsen – vor allem bei Frauen ab 40 (mit 20 verzeiht der Körper noch viel….)

Die Folge: Du rackerst dich ab, aber die Waage steht still.

Der Mythos vom Fettverbrennungspuls: Ein Rechenfehler

„Aber Sasha, bei niedrigem Puls verbrenne ich doch viel mehr Fett!“ oder “Nur bei einem niedrigen Puls verbrennt man Fett!”– Ersteres stimmt (ist aber trotzdem ein Denkfehler), zweiteres ist leider falsch.
Die Wahrheit ist: Fürs Abnehmen spielt der Fettverbrennungspuls kaum eine Rolle.

Puls-Check: Was verbrennst du wirklich?

Schau dir diese Tabelle an, sie zeigt das Ganze schwarz auf weiß (für eine durchschnittliche Frau):

Zone Intensität Puls (ca. bpm) kcal / Min % Fettanteil Gramm Fett / Min
1 Sehr locker 90 – 105 4 75 – 85 % ~ 0,35 g
2 Locker 105 – 123 6,5 60 – 70 % ~ 0,45 g
3 Moderat 123 – 140 9,5 40 – 50 % ~ 0,48 g
4 Intensiv 140 – 158 13 15 – 25 % ~ 0,30 g
5 Maximum > 158 16 < 5 % < 0,10 g

Der Wert für “% Fettanteil” gibt an, wie viel der verbrannten Kalorien als Fett verbrannt werden. Bei einem Puls von 105 werden 60 – 70% der Kalorien als Fett verbrannt. Bei Puls 140 nur mehr 15 – 25 %.
Und hier kommt der Trugschluss: Bei niedrigerem Puls verbrennt man also mehr Fett – oder doch nicht?

Das Geheimnis: Es zählt vor allem, wie viele Kalorien du insgesamt verbrennst. Bei Puls 105 sind das 6,5 kcal pro Minute, aber bei einem höheren Puls (Zone 3 oder 4) verbrennst du insgesamt doppelt so viele Kalorien wie beim gemütlichen Schlurfen. Bei Puls 140 verbrennst du pro Minute 13 kcal – statt nur 6,5.

Der “Fettverbrennungspuls” sagt nur aus, wie viel Prozent der verbrannten Kalorien dabei Fett ist (“% Fettanteil”), der Rest ist Zucker. In Gramm umgerechnet verbrennst du bei Puls 105 0,45 g Fett/min, bei Puls 140 g dann 0,3 g Fett pro Minute. Also, ja, es stimmt, es wird bei niedrigerem Puls mehr Fett verbrannt (der Rest der Kalorien kommt übrigens aus deinem Blutzucker). Aber ist das wichtig? 

Oder: Stell dir zwei Frauen vor.

Beide trainieren 40 Minuten auf dem Crosstrainer.

Die erste bleibt brav in der sogenannten „Fettverbrennungszone“ und verbrennt dabei pro Minute relativ viel Fett.

Die zweite trainiert deutlich intensiver und verbrennt pro Minute weniger Fett – dafür aber insgesamt viel mehr Kalorien.

Jetzt kommt die entscheidende Frage:

Wer nimmt am Ende des Tages mehr Fett ab?

Die Antwort hängt nicht davon ab, was während des Trainings verbrannt wurde, sondern davon, wie die Energiebilanz am Ende des Tages aussieht (und was dein Cortisolspiegel macht – aber das lassen wir aus dieser Rechnung jetzt mal kurz raus). 

Wenn dein Körper beim Training hauptsächlich Glykogen (also Zuckerreserven) verbraucht, ist das überhaupt kein Problem. Diese Glykogen-Speicher sind immer ungefähr gleich groß und werden später sofort wieder aufgefüllt. Und jetzt kommt der springende Punkt: Egal, wo die Kalorien herkommen, die du beim Training verbrannt hast, wenn du insgesamt weniger Kalorien isst, als du verbraucht hast, holt sich dein Körper die fehlende Energie im Laufe des Tages aus dem Fettgewebe.

Isst du dagegen mehr Kalorien, als du verbrennst, wird der Überschuss wieder als Fett gespeichert – ganz egal, ob du beim Training gerade Fett oder Zucker verbrannt hast.

Oder einfacher gesagt:

Für den Körper zählt am Ende des Tages die Gesamtbilanz.

Nicht:

  • Wie viel Fett du im Training verbrannt hast.

Sondern:

  • Wie viele Kalorien du insgesamt verbraucht hast

und wie viel du gegessen hast.

Der berühmte Fettverbrennungspuls sagt also nur aus, welche Energiequelle dein Körper gerade nutzt – nicht, ob du tatsächlich Fett verlierst.

Und genau deshalb ist es fürs Abnehmen ziemlich egal, in welcher Pulszone du trainierst.

Entscheidend ist nur: 

1) Stimmt die Gesamtrechnung des Tages? 

2) Wie reagiert dein Körper darauf? Also, führt dein “niedriges, aber langes” Training zu einem höheren Cortisol-Spiegel als das “kurze, knackige”? Dann hast du nämlich nicht nur weniger Fett insgesamt verbrannt, du hast deinen Körper auch noch darauf gepolt, mehr am Bauchfett festzuhalten! 

Was wirklich funktioniert: Die Formel für Faule (oder Eilige)

Wenn du abnehmen willst, zählt also nicht, wie lange du dich gequält hast, sondern das Kaloriendefizit. Und vor allem, wie dein Körper darauf reagiert. Statt dich stundenlang auszupowern und deinen Cortisolspiegel zu sprengen, setze lieber auf:

  1. Kurze, knackige Einheiten: HIIT (High Intensity Interval Training) oder Krafttraining. Krafttraining ist sehr wichtig beim Abnehmen, denn es beschützt deine Muskulatur. (Und warum du unbedingt direkt nach dem Sport essen solltest, habe ich hier erklärt). 
  2. Alltagsbewegung: Bring deinen Stoffwechsel sanft in Schwung, ohne Stresshormone zu triggern. Wie viel diese sanfte Alltagsbewegung ausmachen kann, habe ich hier erklärt!) 
  3. Die richtige Ernährung: Abnehmen funktioniert vor allem über die Ernährung – gerade für Frauen spielt Sport dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Dazu schreibe ich gerade einem neuen Blog-Artikel – wenn du für den Newsletter angemeldet bist, sage ich dir automatisch Bescheid, sobald er online ist! 

Das bedeutet: Vergiss den Fettverbrennungspuls. Trainiere lieber kürzer und dafür ein bisschen intensiver (und vergiss nicht aufs Krafttraining!). Aber reduziere deinen Kalorienbedarf nicht künstlich durch hungern oder pushe deinen Kalorienverbrauch durch stressige, lange Cardio-Einheiten. Viel wichtiger: Ernähre dich proteinreich und ausgewogen. Dein Cortisolspiegel (und deine Taille!) werden es dir danken! 

Mein Fazit: Cardio macht happy und ist gesund! Aber beim Abnehmen spielt Sport eben eine viel kleinere Rolle, als viele denken – und wenn wir älter werden, können lange Cardioeinheiten dabei sogar schaden! Der Fettverbrennungspuls ist dabei komplett irrelevant. Entscheidend ist vor allem deine Ernährung. Warum das so ist, habe ich hier genauer erklärt.

Wenn auch du lernen möchtest, wie du deine Ernährung ohne Hungern und ohne komplizierte Diäten so anpasst, dass dein Körper wieder leichter Fett verliert, dann unterstütze ich dich gerne dabei!

In meinem Online-Programm Faustformel 3 S zeige ich dir Schritt für Schritt:

  • wie du Heißhunger auf Süßes und Salziges loswirst
  • wie du dein Sättigungsgefühl wieder in Balance bringst
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