Warum gesunde Weihnachtskekse Blödsinn sind

Warum gesunde Weihnachtskekse Blödsinn sind

Die Weihnachtszeit ist voller Leckereien, besonders Weihnachtskekse gibt es jetzt in Hülle und Fülle und sie lauern an jeder Ecke auf uns. Vanillekipferl, Butterplätzchen, Zimtsterne, Spitzbuben und viele mehr. Gemeinsam mit Freunden oder Kindern Kekse backen macht großen Spaß und gehört einfach zur Vorweihnachtszeit dazu. Aber wie soll ich mich verhalten, wenn ich doch eigentlich abnehmen oder zumindest mein Gewicht über die Weihnachtszeit halten möchte? Gerade Frauen über 40 haben ja oft Angst, dass jedes kleine Keks oder Plätzchen monatelang nicht mehr von der Hüfte verschwindet. Wäre es dann sinnvoll “gesündere Kekse” zu backen?

Es gibt unzählige Rezepte für alternative, angeblich “gesündere” Kekse. Statt Weizenmehl wird Vollkornmehl verwendet und normaler Zucker durch Honig, Agavendicksaft, Birkenzucker, Ahornsirup und ähnliches ersetzt. Gibt man im Internet den Suchbegriff “gesunde Plätzchen” ein, bekommt man eine Reihe an interessanten Rezepten angezeigt: Sesam-Kokos-Kekse, Polenta-Marzipan-Kugeln, Rohkost-Zimtsterne! Bitte was? Weihnachten ist doch das Fest der Traditionen. Da möchte ich auch die Kekse und Plätzchen essen, die ich schon aus Kindertagen kenne und Butterplätzchen mit meinen Kindern backen, die meine Oma schon mit mir gebacken hat und eigentlich doch keine Rohkost-Zimtsterne vernaschen.

Sind die “gesunden Kekse” überhaupt gesünder?

Hauptzutaten von Keksen sind Butter, Weizenmehl und Zucker. Natürlich hat Vollkornmehl eine bisschen niedrigere glykämische Last als Weizenmehl. Agavendicksaft weniger Kalorien als der weiße Haushaltszucker. Margarine ist ein pflanzliches Fett und kein tierisches wie Butter (und bringt damit oft ihre eigenen Probleme mit sich). ABER insgesamt unterscheiden sich normale Kekse und vermeintlich gesündere Kekse kaum.

Auch eine Süßigkeit, die nur aus getrockneten Früchten und Kokosflocken besteht und eigentlich als „Rohkost“ bezeichnet wird, keinen (zugesetzten) Zucker enthält und dabei glutenfrei und vegan ist, ist trotzdem eine Süßigkeit! Denn getrocknete Früchte enthalten viel Zucker – und der unterscheidet sich kaum von normalem Haushaltszucker. Datteln lassen den Blutzucker sogar noch schneller und höher ansteigen als normaler weißer Zucker! Ja, natürlich sind in Trockenfrüchten auch einige wertvolle Nährstoffe und Ballaststoffe enthalten, die im Haushaltszucker nicht vorkommen – aber trotzdem sind recht große Mengen an Zucker enthalten und sie müssen aus diesem Grund trotzdem als „Süßigkeit“ eingestuft werden. Der Hauptgrund, warum ich kein Fan bin: viele verwenden das dann als Ausrede, um wesentlich mehr davon zu essen, da man denkt “Ist ja gesund, also kann ich mir auch mehr davon gönnen.”

Falls dir Kekse aus Vollkornmehl, gesüßt mit Birkenzucker und Trockenfrüchten besser schmecken, dann spricht natürlich nichts dagegen! Vor allem, weil diese Variationen auch mehr Nährstoffe bieten als gewöhnliche Kekse. Unser Blutzuckerspiegel schießt jedoch bei beiden Varianten in die Höhe.

Was passiert mit unserem Blutzuckerspiegel, wenn wir Kekse essen?

Nach dem Essen von Keksen (allgemein stärke- oder zuckerhaltigen Kohlenhydraten), egal ob traditionelle oder die “gesunde” Variante, schießt unser Blutzuckerspiegel in die Höhe. Gleichzeitig schüttet unser Körper das Hormon Insulin aus, welches dafür sorgt, dass der Zucker aus unserem Blut in unsere Zellen transportiert wird. Wir können uns Insulin quasi als einen Schlüssel vorstellen, der das Tor aufschließt durch das der Zucker aus unserem Blut in die Zellen kann, um dort verbrannt zu werden.

Das Problem bei diesem Vorgang ist, dass die Fettverbrennung gestoppt wird, während sich große Mengen an Insulin in unserem Blut befinden. Kurz gesagt: in dieser Zeit verbrennt unser Körper den Zucker, aber kein Fett und wir können nicht abnehmen. Erst, wenn der Zucker in die Muskeln transportiert wurde und unser Blutzuckerspiegel wieder in seinem Wohlfühlbereich ist, startet die Fettverbrennung wieder.

Auf einen rapiden Anstieg folgt auch ein extrem schneller Abfall des Blutzuckerspiegels, da auf einmal extrem viel Insulin ausgeschüttet wird. Dies kann bei empfindlichen Menschen in der Folge zu einem “Unterzucker” führen. Was ist daran so schlimm? Unterzucker kann fiese Heißhungerattacken zur Folge haben. Wir haben also nach relativ kurzer Zeit wieder das Verlangen nach Keksen, Schokolade und Co. und die Achterbahnfahrt beginnt von vorne. Der Blutzucker steigt an, Insulin wird ausgeschüttet, die Fettverbrennung stoppt, wir nehmen nicht ab (dieser Zyklus gilt übrigens für alle zuckerhaltigen Lebensmittel).

Worauf sollte ich also achten?

Traditionelle Kekse lassen unseren Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren. Kekse aus Dinkel und gesüßt mit Agavendicksaft lassen ihn zwar weniger schnell ansteigen, aber eben nur ein bisschen weniger. Außerdem besteht die Gefahr mehr von ihnen zu essen, weil man denkt sie sind gesünder.

Unserer Meinung nach ist Weihnachten die Zeit der Traditionen. Eine Zeit in der man sich gerne mal etwas gönnt, dass es nur zur Weihnachtszeit gibt.

Wir haben daher zwei Strategien für euch:

Strategie 1: Esst jeden Tag ein (kleines) Plätzchen direkt nach eurem Mittag- oder Abendessen. Jetzt ist euer Blutzuckerspiegel sowieso schon oben und das Insulin arbeitet. In diesem Moment hat ein Keks oder Plätzchen keine großen Auswirkungen mehr auf euren Blutzuckerspiegel.

Strategie 2: “Wenn dann richtig!”: das bedeutet, wenn ihr Plätzchen essen wollt, dann lieber an einem Tag der Woche mal so richtig und an den nächsten Tagen keine. So lasst ihr euren Blutzuckerspiegel einmal richtig die in die Höhe schießen, aber nicht immer wieder über den ganzen Tag verteilt.

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11 Kommentare zu „Warum gesunde Weihnachtskekse Blödsinn sind“

  1. Danke, so hab ich es auch noch nie betrachtet!
    Klar, egal womit man sûsst, der Blutzucker geht hoch… wenn auch langsamer bei zB Birkenzucker …
    Selbes gilt dann auch bei einer Low Carb / High Fat Ernährung.
    Das sind zwar oft die gesünderen Zutaten… aber man braucht trotzdem viel Disziplin um dann nicht mehr davon zu essen weil ja
    “ gesund”
    Was hältst du zB vom fertigen Backmischungen?
    “ Lizza” hat ein Mehl aus Leinsamen…
    Ich finde alle Lizza Produkte einfach genial… viele Ballaststoffe, wenig Kohlehydrate
    Ich freue mich auf deine Antwort

  2. Bald ist wieder Weihnachten und ich denk ans Keksebacken. Hab grad deinen Artikel gelesen und es klingt sinnvoll nicht immer Kekse zu essen, damit der Blutzuckerspiegel nicht ständig oben ist. Werd versuchen mich daran zu halten.
    Für die Leser nach mir möchte ich noch nen Gedankenanstoß dalassen. Kekse sind der Definition nach immer Süßigkeiten und daran kann man kaum was ändern ABER die Auswahl und Ersetzung der Zutaten kann aus anderen Gründen sehr wohl Sinn machen z.B. wegen Fruchtzuckerunverträglichkeit einen anderen Süßstoff auswählen, ein Fett nehmen, das die Backofentemperaturen besser verträgt, pflanzliches Fett wegen moralischen Grundsätzen oder einfach etwas anderes nehmen wie z.B. Apfelmus statt Zucker weil es besser schmecken könnte.

    Lg primzahl

    1. Auf pflanzliches Öl würde ich hier aus den unterschiedlichsten Gründen eher verzichten, sonst ist es sicher ein guter Denkanstoß! Die meisten Süßstoffe sind übrigens bei Fruchtzuckerunverträglichkeit eh kein Problem – erst, wenn du es gegen Agavendicksaft oder andere, angeblich „gesündere“ Alternativen tauschst, bekommst du damit Probleme.

  3. Aha,!!!! So hab ich das noch nie gesehen. Lieber einmal aber richtig, als dauernd und ständig ein bisschen.

    lg Marion

    1. Uups, leider hatten wir ein kleines technisches Problem. Jetzt sind wieder alle Blog-Beiträge auf Deutsch.
      Danke für deinen Hinweis!

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