Intervallfasten und FF – wie passt das zusammen?

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Wer die Faustformel von Anfang an kennt, der weiß, dass ein wesentlicher Aspekt davon z.B. ist, dass man regelmäßig isst, nicht hungert, keine zu großen Abstände zwischen den Mahlzeiten hat und sich immer satt isst. Aber plötzlich kann man bei unseren Strategien für den Urlaub auch “16:8” (eine Form des Intervallfastens) finden, und unser online Programm “Stoffwechsel S.O.S.” basiert auf den Prinzipien des “Alternate Day Fastings”, eine Form von Intervallfasten, an dem man jeden zweiten Tag fastet. Wie passt das zusammen?

Das Faustformel System ist speziell für die Menschen entwickelt, die vielleicht schon viele Diäten hinter sich haben, oder bei denen das Abnehmen allgemein etwas langsamer funktioniert – für diese Menschen entwerfen wir all unsere Programme. Meistens sind für diese eher “schwierigen” Fälle folgende Faktoren ausschlaggebend:

  1. Heißhunger und Gier auf Süßes abstellen. Mögliche Fressattacken stoppen.
  2. Stress – vor allem den, der zusätzlich über die Ernährung ausgelöst wird, reduzieren (denn Stresshormone verhindern Abnehmen).
  3. Ein entspannter Zugang zum Essen. Oft war Ernährung jahrelang ein viel zu dominantes Thema im Leben und jetzt geht es darum, ein System zu finden, das funktioniert, bei dem man das Gefühl hat, wieder Kontrolle über seine Ernährung zu haben, aber dabei entspannt genießen zu können.
  4. Stoffwechsel ankurbeln.

Diese Aspekte deckt die Faustformel gezielt ab. Manchmal ist das aber nicht ausreichend. Bei einigen geht das Abnehmen extrem langsam oder überhaupt nicht mehr, obwohl sie so gut wie alles richtig machen (was dann zugegebenermaßen frustrierend wird und dann wird dieser Frust “in Schokolade begraben” – eine sehr menschliche und verständliche Reaktion.

Intervallfasten kann hilfreich sein

Allerdings gibt man sich dann selbst die Schuld und versucht beim nächsten Mal NOCH strenger zu sein – was aber irgendwie nie klappt). Es gibt “Werkzeuge” in der Ernährung, die man dazu verwenden kann, den Stoffwechsel wieder so anzukurbeln, dass man auch bei “normaler” Ernährung abnehmen kann – und dazu ist Intervallfasten extrem nützlich.

Intervallfasten bedeutet einfach, dass sich Zeiten, an denen man wenig bis gar nichts isst, mit Zeiten, an denen man ganz normal isst, abwechseln. Es gibt Formen von Intervallfasten, da fastet man 16 Stunden pro Tag und isst nur innerhalb von 8 Stunden (“16:8”), bei anderen Formen fastet man 24 Stunden – vom Abendessen an Tag 1 bis zum Abendessen an Tag 2. In anderen Formen isst man nur jeden 2. Tag (und hat damit 36 Stunden gefastet) und dann gibt es auch noch Abstufungen, bei denen man während der “Fastenzeit” bestimmte, sehr kleine Mahlzeiten zu sich nimmt (letzteres ist das, was wir machen und empfehlen).

Intervallfasten kann sehr hilfreich und effektiv sein.
Eines meiner Lieblingsbeispiele ist dieses Zitat von Ina, einer Teilnehmerin aus unserem Stoffwechsel S.O.S. Programm:
“Ich habe bei S.O.S. mitgemacht, da ich einfach einen Anstoß brauchte, um mich wieder besser zu ernähren und ich einfach wissen wollte, ob ich überhaupt einen Fasttag durchhalten kann. Das Programm war bei mir erfolgreich, vor allem in den Wochen danach. Während der 10 Tage tat sich bei meinem Gewicht nicht so viel, allerdings danach konnte ich sogar während des Urlaubs richtig sündigen und habe mein Gewicht gehalten bzw. konnte sogar abnehmen. Ebenso hat sich meine Verdauung super reguliert. “

Oder das hier, von Andrea:
“Ich fand das S.O.S. Programm gigantisch. Schwer gefallen ist es mir überhaupt nicht, obwohl ich an den Fasttagen immer auch Sport getrieben habe und die Zwischenmahlzeit erst mittags bzw. nachmittags gegessen habe. Abnahme ca. 4 kg.
Zu meiner Geschichte:
Mein Stoffwechsel war absolut kaputt. Ich habe eine Insulinresistenz, die vor ca. 10 Jahren mit Tabletten behandelt worden ist. Nach einigen Jahren Tabletten (und ca. 15 kg weniger) hieß es, dass die Insulinresistenz „behoben“ sei und ich keine Tabletten mehr brauche.
Das ging ca. 2 Jahre gut und dann habe ich aus unerklärlichen Gründen wieder ca. 10 kg zugenommen. Trotz 3-4 x Sport die Woche, wenig essen etc. Das Gewicht ging stetig rauf. Es war auch „kein Problem“ nach einem 2-wöchigen Urlaub 8 kg mehr auf die Waage zu bringen. Ärzte, Fitness-Studio etc. waren ratlos. Ich nehme jetzt wieder die Tabletten gegen die Insulinresistenz, aber dennoch kam nicht der erhoffte Erfolg.
Ich war so verzweifelt und machte das S.O.S. Programm als letzten Versuch.
Und was soll ich sagen:
Ich war zwischenzeitlich 3 Wochen in Urlaub (davon 1 Woche in einer Familie) und konnte mich nicht allzu sehr an das Essen halten, hatte es aber immer im Hinterkopf. Machte trotzdem Sport und bin jetzt wieder „eingestiegen“. Ich habe in dieser Zeit mein Gewicht gehalten – was davor undenkbar gewesen wäre. Davor habe ich das Essen nur „angeschaut“ und schon 1 kg mehr auf der Waage… Ich bin voll begeistert.”

Warum und wie wir Intervallfasten einsetzen

Das wichtigste hier: was IN DEN WOCHEN DANACH passiert ist. Plötzlich – was vorher undenkbar gewesen wäre –  geht das Gewicht auch bei einer “normalen” Ernährung nach der Faustformel weiter nach unten oder der Urlaub (mit Eis und anderen “Genussmomenten”…) führt nicht dazu, dass man zunimmt. Herrlich! Endlich kann man genießen, ohne dass man es jedes Mal büßen muss!

Denn das bezwecken wir mit Intervallfasten! Es geht nicht darum, in der “Fastenzeit” möglichst wenig zu essen und damit Kalorien zu sparen, sondern es geht darum, die Kraftwerke unserer Zellen wieder so zu aktivieren, dass sie besser Fett verbrennen (das habe ich in diesem Artikel vor kurzem näher erklärt).

Wir verwenden Intervallfasten also nicht als Ersatz oder “Verbesserung” der Faustformel, sondern als gezieltes “Werkzeug” zwischendurch. Das ist ein bisschen so wie Krafttraining: extrem nützlich, wenn man es gezielt einsetzt – aber keiner sagt, man sollte den ganzen Tag mit einer 40kg-Hantel herumlaufen.

Ich nenne es absichtlich ein “Werkzeug”, weil es meiner Meinung nach keine Ernährungsform ist, die man langfristig oder für immer machen sollte. Es gibt die unterschiedlichsten Formen von Intervallfasten, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Wir haben das aber mehrfach durchgerechnet und alle haben ein großes Problem: Das Hauptproblem bei langfristigem Intervallfasten ist die Nährstoffversorgung – die kommt auf Dauer einfach zu kurz. Außer, man hat schon eine EXTREM gute Ernährung und legt in den “Essensphasen” zusätzliche Mahlzeiten ein, die sehr gut geplant sind. Aber da sind wir halt wieder weit entfernt von einem “entspannten Zugang zum Essen, bei dem sich nicht alles ständig nur noch darum dreht”, wie wir ihn mit der Faustformel erzielen wollen. Abgesehen davon: es ist auch gar nicht nötig, wie man an den Beispielen sieht.

Also:
  1. die Faustformel ist und bleibt die Faustformel (du kannst dir hier übrigens eine kostenlose Übersicht über die wichtigsten Regeln herunterladen) – daran hat sich nichts geändert.
  2. Intervallfasten kann ein nützliches Werkzeug sein, ist aber – unserer Meinung nach – nicht als langfristige Ernährungsform geeignet.

Wenn du also bisher schon ein erfolgreicher “Fäustling” warst und dich gefragt hast, warum du plötzlich zwischendurch “hungern” sollst, hoffe ich, dass ich das hier ein wenig aufklären und besser erklären konnte. Aber, wenn du zu den “schwierigen Fällen” gehörst und dein Stoffwechsel einen kleinen Schubs gebrauchen könnte, dann schau dir vielleicht unser Programm “Stoffwechsel S.O.S.” an, das könnte dann ein nützliches Tool für dich sein.

9 Kommentare zu „Intervallfasten und FF – wie passt das zusammen?“

  1. Liebe Sasha,
    mich würde interessieren, ob man das Intervallfasten immer mal wieder anwenden kann, also z.B. 2x im Jahr als „Unterstützung“ oder wären da die Detox-Days besser geeignet? Und müssen es genau 10 Tage sein oder kann man das Programm auch abkürzen?

    1. Ja, genau – ich finde 2-3 x pro Jahr genau richtig, aber eben nicht als Dauerernährung. Die Dauer ist total flexibel, aber wir finden 5 Fasttage genau richtig – aber das kann man auch kürzer und ein bisschen länger machen. Ich würde es aber nicht mehrere Wochen durchgehend machen (außer bei bestimmten Krankheitsbildern wie Chronic Fatigue, aber das ist dann ganz was anderes).

  2. Mich würde das Intervallfasten auch sehr interessieren vor allen da ich das Stoffwechsel SOS nicht machen kann da ich keine Nüsse essen darf und leider mit der Faustformel und trotz des Zuckerprogramms nichts abnehme

    1. Liebe Mona, das S.O.S Programm geht auch ohne Nüsse. Da kommen gar nicht so oft Nüsse vor (anders als beim Detox Programm) und wir können dir gerne sagen, wie du das ersetzen kannst. Ich werde sicher bald über die Vor- und Nachteile von verschiedenen Formen von Intervallfasten schreiben, weil es scheinbar auf großes Interesse trifft. Aber, wie du dir vorstellen kannst, finde ich die Form, wie wir sie im S.O.S. Programm machen, am effektivsten – sonst hätte ich das Programm ja nicht danach zusammen gestellt. Also: wenn es dich interessiert und du gerne mitmachen möchtest – an den Nüssen soll es nicht scheitern! 🙂

  3. Angelique Novotny

    Hallo Sasha! Mich würde ein Artikel über 16:8 im Urlaub interessieren. Eigentlich kommt man da „nur“ auf 2 Hauptmahlzeiten, da man ja das Frühstück auslässt. Wenn ich nun 2 Wochen 16:8 mache – kommt mein Körper da nicht in den Sparmodus? Bzw. ist diese „Mangelversorgung“ egal, weils nur 2 Wochen sind? Was geschieht im Körper, wenn ich wieder heim komme und sehr wohl wieder frühstücke? Soo viele Fragen 😉 Danke dir schon jetzt. Liebe Grüße Angelique

  4. Tanja Pötscher

    Liebe Sasha,
    ich habe heute meinen 4. SOS-Fastentag und auch mich würden bitte Vor- und Nachteile anderer Formen SEHR interessieren… Das Fasten selbst fällt mir überraschend leicht, aber ich leide extrem (!!!!!!) unter diesen „Mini-Mahlzeiten“, da sie meinen Hunger erst so richtig anstacheln bzw. verstärken. Von daher wäre ich an alternativen Ideen mit jeweiligem Pro und Kontra – nämlich so hin und wieder in die normale FF eingeschoben – SEHR interessiert… und auch, ob es da schon Erfahrungswerte gibt, ob das gewichtsmäßig bzw. gesundheitlich was bringt.
    LG, Tanja.

  5. Hallo Sasha! Mich würde auch ein weiterer Block interessieren. Super wäre es auch, wenn SOS auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angeboten wird. Ich möchte es unbedingt machen. Schaffe den Kurs im September mit 3 Kindern aus finanziellen Gründen einfach nicht 🙁

  6. Hallo liebe Sasha,
    Ich würde mich sehr über einen weiteren Blogartikel zum Thema Intervallfasten freuen, vl. mit jeweiligen Vor- und Nachteilen, empfohlene Dauer, etc.
    Ebenso wäre es toll, ein Beispiel zu bekommen, wie so ein Fastentag genau aussieht. Du schreibst von sehr kleinen Mahlzeiten: was beispielsweise? Ein Stück Obst und Nüsse oder Joghurt, eine „normale“ Mini-Mahlzeit, …???
    LG, Anita

    1. Ja, genau das würde mich auch sehr interessieren. Liebe Sasha, es wäre toll, wenn du die verschiedenen Möglichkeiten des Intervallfastens mit Vor- und Nachteilen grob skizzieren könntest. Idealerweise auch mit einem Beispiel für einen Fasttag bei der Version „alternate day fasting“.
      Eine konkrete Frage hätte ich zu 16:8: Wieso soll man genau das Frühstück auslassen und nicht z.B. das Abendessen einmal pro Woche?
      Ich lebe seit fast 10 Jahren nach der Faustformel (um ehrlich zu sein, vielleicht nicht immer 80:20, sondern 70:30 über die gesamten 10 Jahre gerechnet, aber dafür dauerhaft). Ich lasse (fast) nie eine Mahlzeit aus und insbesondere nicht das Frühstück. Deshalb war ich sehr erstaunt, als ich von dir Vorschläge zum Intervallfasten las und beginne aber langsam durch deine Blog Beiträge und Stoffwechsel Videos den Sinn zu verstehen. Deshalb würde ich gerne auch als kurzfristige „Kur“ oder „Boost“ für meinen Stoffwechsel das Intervallfasten probieren und bin für mich gerade am evaluieren, welche Version Sinn machen könnte.
      Danke!

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