Braucht der Mensch eigentlich Winterspeck?

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Warum nehmen wir während der Winterzeit eigentlich immer ein paar Kilos zu? Viele Tiere legen sich über den Winter den sogenannten “Winterspeck” zu. Gehört der Mensch etwa auch dazu.

Während wir im Sommer aufgrund der Hitze eher zu leichten Gerichten mit viel Gemüse, und Salat greifen, essen wir im Winter häufig deftig und auch fettig. Unterbewusst denken wir vielleicht, dass wir mehr Speck auf den Rippen brauchen um uns gegen die Kälte zu schützen. Kennt ihr noch den Spruch “Kind iss was, damit du nicht frierst!”?

Brauchen wir überhaupt Winterspeck um nicht zu frieren?
Nein, ist hier die richtige Antwort. Denn genau das Gegenteil passiert. Menschen die zu viele überschüssige Kilos mit sich herum tragen frieren sogar schneller. Schuld daran ist das weiße Fettgewebe. Wissenschaftler fanden nämlich heraus, dass es zwei verschiedene Arten von Fettgewebe gibt. Weißes Fettgewebe speichert Energie und lagert Kalorien ein, die wir nicht verbrauchen. Braunes Fettgewebe dagegen hält uns warm. Es verbraucht Kalorien und erzeugt dadurch Wärme. Leider haben wir nur wenige Gramm braunes Fettgewebe. Es befindet sich am Schlüsselbein, am Hals und am Rücken. Forscher konnten zeigen, dass es sich bei Kälte vermehren kann. Bei einem Experiment hielten sich Testpersonen zehn tagelang für je sechs Stunden täglich in einem Raum mit nur 16°C auf. Bei manchen Testpersonen hatte sich das braune Fettgewebe nach den zehn Tagen verdoppelt. Dünner wurden sie in diesem kurzen Zeitraum jedoch nicht. Kein Grund also sechs Stunden am Tag zu frieren, um das kalorienverbrauchende braune Fettgewebe zu vermehren. Einem winterlichen Spaziergang an der frischen Luft steht jedoch nichts im Weg.

Ist Winterspeck evolutionsbedingt?
Während der Steinzeit bedeutete die kalte Jahreszeit auch Hungersnot, denn es gab kaum Beeren und Nüsse zum Sammeln und Mammut stand auch nicht täglich auf dem Speiseplan. Unsere Vorfahren mussten sich also einen Vorrat anlegen und ausreichend Fettspeicher aufbauen. Ähnlich wie Tiere, die Winterschlaf halten. Aber Winterspeck futtert man sich nicht im Winter an – denn da gibt es nichts oder nur wenig, sondern im Sommer.  Um uns Winterspeck anzufressen wären wir jetzt also schon viel zu spät dran. Die Ausrede, dass wir “evolutionsbedingt” gerade im Winter zunehmen, stimmt also (leider?) nicht.

Im Winter verwöhnen wir uns mehr
Ein weiterer Grund warum wir zu Winterspeck neigen, obwohl wir ihn nicht brauchen ist, dass wir uns im Winter mehr verwöhnen als im Sommer. Während der warmen Jahreszeit tragen wir T-Shirts, kurze Hosen und Röcke und zeigen damit mehr von unserem Körper. Die Bikini-Figur hat jetzt einen besonderen Stellenwert und daher achten wir mehr auf unseren Körper und damit automatisch stärker auf unsere Ernährung. Im Winter hingegen hüllen wir uns in dicke Klamotten, Winterjacken und flauschige Schals. Das kleine Bäuchlein, dass sich unter dem dicken Pullover verbirgt ist nun nicht mehr so leicht sichtbar oder für uns selbst spürbar. Zu dieser Jahreszeit neigen wir auch mehr dazu uns mit Süßem zu verwöhnen. Denn die Süßigkeiten führen zu einem kurzen Hoch an Glücksbotenstoffen im Gehirn, die wir normalerweise durchs Sonnenlicht bekommen würden. Da es im Winter draußen aber meistens kalt und dunkel ist und wir zu wenig Sonne abbekommen greifen wir instinktiv zu Süßem um uns unsere “Portion Glück” zu holen. Die kurzzeitig einsetzende gute Laune, die wir durch Süßigkeiten bekommen, hält aber meist nicht lange an und wir bekommen ein schlechtes Gewissen und darauf folgt wieder trübe Stimmung.

Auch die Bewegung kommt im Winter meistens zu kurz. Wegen der Kälte und Dunkelheit bleiben wir lieber zu Hause auf dem Sofa sitzen als rauszugehen und Sport zu machen. Aus Langeweile essen wir dann meistens mehr als im Sommer. Um sich in solchen Momenten vom Essen abzulenken könntet ihr zum Beispiel eure Lieblings-CD laut aufdrehen und durch das Zimmer tanzen. Das bringt gute Laune und Bewegung.

Fazit
Extra Winterspeck brauchen wir heutzutage nicht – und wenn, würde man sich diesen im Sommer zulegen und nicht im Winter. “Winterspeck ist ganz natürlich” ist also nur eine faule Ausrede. Im Winter sollten wir genauso auf unseren Körper und unsere Ernährung achten wie während des restlichen Jahres. Um nicht in eine Winterdepression zu verfallen sollten wir uns ablenken, aber nicht mit Essen. Was macht ihr um euch vom Essen abzulenken? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

3 Kommentare zu „Braucht der Mensch eigentlich Winterspeck?“

  1. Wenn ich abends nochmals hungrig werde, obwohl ich schon gegessen habe, gehe ich Zähneputzen und nehme ein ausgedehntes Bad. Wenn ich damit fertig bin, ist der Hunger auch weg????.

    1. Super Idee! Mag uns noch jemand sein Ablenkmanöver verraten? Was macht ihr, wenn ihr eigentlich keinen Hunger habt und trotzdem an Essen denken müsst? 😉

      1. mal einen Rundgang durch die Wohnung dort und da mal putzen was man immer schon machen wollte, Kästen auf, ausmisten und Sommermode inkl. Bikini oder Badeanzug anprobieren.

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